Landes- und Kreisstraßen werden weiter bis 22 Uhr geräumt

Winterdienst: Posch weicht Protestlawine

Hersfeld-Rotenburg. Die heftige Kritik an den geplanten Einschränkungen im Winterdienst auf den Landes- und Kreisstraßen hat Wirkung gezeigt. Hessens Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) erklärte gestern, der Winterdienst auf auf Landes- und Kreisstraßen werde nicht um zwei Stunden verkürzt, sondern bleibe im bisherigen Umfang erhalten.

Geplant war, die wichtigen Verbindungsstraßen künftig nur noch bis 20 Uhr zu räumen und zu streuen. Auf die negativen Auswirkungen für den Schulbusverkehr und die Schichtarbeiter im Kalirevier hatten unter anderen Thomas Baumann aus Ludwigsau als Sprecher der Bürgermeister im Landkreis und sein Amtskollege Jörg Schäfer aus Hohenroda beim ASV Eschwege hingewiesen. Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt hatte einen geharnischten Brief abgesetzt, in dem er vorrechnet, dass der Landkreis pro Jahr 850 000 Euro ans Land überweist und daher auf einem tadellosen Winterdienst besteht. In einer Logistikregion seien Einschnitte beim Räum- und Streudienst unverantwortlich.

Das hätte auch die Wirtschaft getroffen. „Für uns entsteht schon dann ein Schaden, wenn unsere Mitarbeiter nicht mehr in die Firma kommen“, sagt etwa Andrea Meister vom Metallbetrieb AE-Group in Nentershausen.

Städte und Gemeinden im Kreisgebiet haben sich unterdessen mit gut gefüllten Streusalzlagern auf glatte Straßen im Winter vorbereitet. „Unsere Lager sind mit 150 Tonnen ausgelastet“, sagt Günter Moritz vom Bauhof in Rotenburg.

300 Tonnen hat Bad Hersfeld gebunkert, erklärt Fachbereichsleiter Martin Bode. Ähnlich sieht es in Bebra aus. „105 Tonnen liegen in unseren Lagern“, sagt Bauhof-Vorarbeiter Manfred Zies.

Man habe die Lagermöglichkeiten erweitert, weil bei Nachlieferungen die Straßen- und Autobahnmeistereien bevorzugt würden. Auch Kommunen wollen weiterhin bis zum späten Abend streuen. ZUM TAGE, HINTERGRUND, S. 2

Von Juri Auel

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