Gegensätzliche Aussagen aus der Verwaltung verwirren Ausschuss

Windpark Wehneberg: Alle sind verunsichert

Bad Hersfeld. Die allgemeine Verunsicherung war mit Händen zu greifen, als sich am Donnerstag auch der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung außerstande sah, sich mit der Änderung des Flächennutzungsplanes für den geplanten Windpark auf dem Wehneberg auseinanderzusetzen.

Konkret ging es darum, einen Teil des für acht Windkraftanlagen vorgesehenen Bereichs aus der Vorrangfläche herauszunehmen und als schutzwürdigen Erholungswald zu deklarieren. Dies würde bedeuten, dass zwei Windräder nicht gebaut werden könnten oder auf andere Standorte verschoben werden müssten.

Bereits am Vortag hatte der Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt das Thema zurückgestellt, um die für den 6. Februar angekündigte Entscheidung des Regierungspräsidiums in Kassel (RP) zum Regionalplan abzuwarten (unsere Zeitung berichtete).

Im HFA kam jedoch erschwerend dazu, dass es zum weiteren Vorgehen gegensätzliche Aussagen aus der Verwaltung gab. Während Justitiar Werner Steidel einen Aufschub befürwortete, um eventuellen Regressforderungen des Windpark-Projektierers ABO-Wind aus dem Weg zu gehen, hielt Bauverwaltungschef Johannes van Horrick seine Beschlussvorlage zur Planänderung auch in diesem Punkt für ungefährlich. Seitens des RP war van Horrick signalisiert worden, dass der Erholungswald aus der Planung genommen werden soll.

Durch den Verzicht des HFA auf einen Beschluss blieben auch die 448 – ausnahmslos kritischen – Stellungnahmen von Privatleuten und den Trägern öffentlicher Belange zum Windpark außen vor.

Noch steht das Thema allerdings auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag. Die ist an die Empfehlungen der Ausschüsse nicht gebunden.

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Von Karl Schönholtz

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