Nächtliche Schwertransporte: Anfahrt jetzt von Wommen über Sontra nach Ludwigsau

Der Windpark wächst

Windpark Wehneberg: Bauleiter Frank Schoppmeier (links) und Projektleiter Florian Lüders von Abo Wind auf einer der Flächen für den Bau der Windkraftanlagen, im Hintergrund entsteht die Baugrube für das Fundament einer Anlage. Pro Anlage ist eine Rodungsfläche von 4000 bis 5000 Quadratmetern notwendig, von denen etwa die Hälfte wieder zurückgebaut wird. Fotos: Maaz

Bad Hersfeld. Die Arbeiten für den Windpark mit sechs Anlagen am Wehneberg schreiten voran. Zurzeit werden etwa die Stellplätze für die Kräne, die benötigten Abstell- und Ausweichflächen sowie die Baugruben für die Fundamente der Anlagen angelegt.

Mit dem Fundamentbau soll in der zweiten Juliwoche begonnen werden, dafür rechnet Bauleiter Frank Schoppmeier von Abo Wind insgesamt mit etwa acht Wochen inklusive Vorbereitung. Die Betontürme sollen dann laut Zeitplan Anfang August erstellt werden, pro Turm sind zwei Wochen veranschlagt. Anschließend wird mit dem Bau der eigentlichen Anlagen begonnen, der im Oktober und November über die Bühne gehen soll.

Zwar sei man bei den Arbeiten relativ wetterunabhängig, in die Quere kommen könnte den Arbeitern bei der Montage allerdings der eigentlich gewünschte Wind. „Bis Windstärke sieben ist die Montage aber kein Problem“, so Schoppmeier. Der geplanten Inbetriebnahme bis spätestens zum 31. Dezember 2014 sollte laut Abo Wind nichts im Wege stehen.

Noch einmal geändert wurde indes die Anfahrt zum Windpark. Bei einem Verkehrstermin mit allen Beteiligten – darunter Vertreter der Stadt Bad Hersfeld, der Gemeinde Ludwigsau, der Polizei und von Hessen Mobil – war aufgefallen, dass die Anfahrt über die A 4 und die Abfahrt Bad Hersfeld wegen der dortigen Tonnenbeschränkung nicht möglich ist.

Nun ist laut Projektleiter Florian Lüders geplant, schon die Ausfahrt Wommen zu nehmen und von dort über die B 400 bis Sontra zur B 27 nach Ludwigsau zu fahren. An der Zufahrt über Rohrbach und den Sportplatz entlang in den Wald ändere sich nichts. Wobei einem kurzen Wegstück noch naturschutzrechtliche Bedenken entgegen stehen. „Das Projekt war und ist nicht gefährdet“, sind sich Schoppmeier und Lüders sicher. Von Seiten Hessen Mobils heißt es mit Blick auf den nächsten Vororttermin mit allen Beteiligten im Juni, man warte das Ergebnis ab.

Die Bürgerinitiative „Rettet den Stadtwald“ fürchtet, dass die Anfahrt doch noch durch Bad Hersfeld und dort über die Wehneberger Straße oder den Seilerweg führen könnte. Ihre angekündigte Nullmessung für die späteren eigenen Lärmmessungen hat die BI inzwischen vornehmen lassen.

Für den Bau der Windkraftanlagen beziehungsweise deren Großkomponenten, die bis zu 100 Tonnen wiegen, sind einige Schwertransporte notwendig, die an vier Nächten montags bis freitags möglich sind und die mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden müssen. So werden die Transporte an der Autobahn von der Polizei abgeholt und ab dort begleitet. Pro Anlage zählt Schoppmeier sechs Schwertransporte, für die Betontürme sind vorab zahlreiche weitere Transporte nötig, die zum Teil ebenfalls nachts stattfinden.

Von Nadine Maaz

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