Entscheidung über Vorrangfläche fällt erst am 20. Juni

Windpark im Stadtwald: Frist für Bürgerprotest

Bad Hersfeld. Spät, aber möglicherweise noch rechtzeitig hat sich der Bürgerprotest gegen einen Windpark auf dem Wehneberg bei Bad Hersfeld formiert und in der Stadtverordnetenversammlung einen Aufschub bewirkt. Bis zur nächsten Sitzung am 20. Juni haben die Gegner der im Naherholungsgebiet Stadtwald geplanten acht 200 Meter hohen Propeller Zeit, ein eventuelles Bürgerbegehren zu initiieren.

Auf diesen Termin haben die Stadtparlamentarier auf Antrag der Fraktion von SPD, Grünen und FWG die Entscheidung über die Ausweisung einer Vorrangfläche für Windkraft im Flächennutzungsplan vertagt (siehe auch unsere Zeitung von gestern). Begründet wurde dies mit der noch bis zum 27. Mai laufenden Frist für Stellungnahmen zum Teilregionalplan Energie. Gegen diesen Mehrheitsbeschluss stimmten CDU, NBL und die Fraktionsgemeinschaft, die auf die bereits vor einem Jahr mit deutlicher Mehrheit gefällte Grundsatzentscheidung für den Wehneberg-Windpark verwiesen.

Seinerzeit hatten die Stadtverordneten ein detailliertes Verfahren in Gang gesetzt, in dessen Folge mit dem ausgewählten Betreiber ABOWind GmbH aus Wiesbaden eine vertragliche Vereinbarung getroffen wurde. Seitdem prüft ABOWind am Stadtwald die Machbarkeit, hat einen Messpunkt errichtet und holt die erforderlichen Gutachten ein. „Wir haben bisher keinen Grund, zurückzutreten,“ erklärte gestern Projektleiter Florian Lüders auf Anfrage unserer Zeitung. Man sei jedoch gerne bereit, weiter aufzuklären.

Die vorgesehene Änderung des Flächennutzungsplanes wäre eigentliche eine Formsache gewesen. Allerdings waren zuletzt auch im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt wieder Bedenken gegen den Standort Wehneberg laut geworden. Oliver Bieber von ABOWind hatte allerdings die Vorleistungen des Unternehmens mit Blick auf mögliche Regressforderungen auf „einen hohen sechsstelligen Betrag“ beziffert. hintergrund/zum tage

Von Karl Schönholtz

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