Antrag der CDU

Windkraft-Gegner formieren sich - heute Thema im Kreistag

Hersfeld-Rotenburg. Das Thema Windkraft wird auf Antrag der CDU-Fraktion heute im Kreistag diskutiert. Die CDU möchte eine Resolution gegen zu viele Anlagen verabschieden lassen.

Sie richtet sich gegen eine Überbelastung des Kreises durch Windkraftanlagen - wir berichteten. Auch in Gemeindeparlamenten ist das Thema Windkraft aktuell. So hat sich die Gemeindevertretung von Ludwigsau dafür ausgesprochen, den Rotorenbauern die Nutzung des Wegenetzes zu Vorranggebieten zu verweigern. Außerdem arbeiten kreisweit Bürgerinitiativen und Naturschützer gegen den Ausbau der Windenergie.

Zum besseren Verständnis zeigt unsere Zeitung eine Grafik zum Thema (siehe oben). Aufgelistet sind bestehende (schwarz) und genehmigte (grün) Windkraftanlagen. Für die blau dargestellten Windkraftanlagen laufen Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium, das uns auch die Informationen zur Verfügung gestellt hat.

Zu den auf der Karte rot dargestellten Windkraftanlagen, zum Beispiel im Bereich zwischen Bebra und Ludwigsau, gab es zum Teil Interessensbekundungen, die allerdings noch nicht in Bauanträge gemündet sind. Beim RP hieß es ausdrücklich, dass hinsichtlich der Anzahl und Standorte der von uns rot eingezeichneten Windräder keine verlässlichen Daten vorlägen. Es sei Spekulation, ob letztendlich Anträge zur Errichtung dieser Anlagen eingereicht würden. Der Behörde seien auch nicht alle Bemühungen von Investoren um Flächen im Kreis bekannt.

Nicht berücksichtigt wurden auf der Karte die Windkraftanlagen, die es bereits im Grenzgebiet zu Nachbarkreisen gibt. Zum Beispiel sind die Gemeinden Cornberg und Nentershausen von Anlagen im Werra-Meißner-Kreis betroffen.

Stellungnahmen bis 29. Mai

Parallel zu den aktuellen Verfahren liegt der Entwurf des Teilregionalplans Energie Nordhessen in den Gemeindeverwaltungen und beim Regierungspräsidium in Kassel aus. Noch bis zum 29. Mai können Bürger dazu Anregungen und Bedenken äußern. In diesem Plan werden Vorrangflächen für Windkraftanlagen vorgeschlagen. Das Gemeindeparlament von Schenklengsfeld zum Beispiel sprach sich am Donnerstag einstimmig gegen die Ausweisung von zwei weiteren möglichen Vorranggebieten aus. Auf diesen Gebieten sollen keine weiteren Anlagen errichtet werden.

Wird der Plan von der Regionalversammlung beschlossen, können Windkraftanlagen künftig nur noch innerhalb der Vorrangflächen errichtet werden. Bis ein gültiger Plan vorliegt, werden die Bauanträge nach dem vereinfachten Verfahren des Bundesimmissionsschutzgesetzes behandelt. Die CDU-Kreistagsfraktion kritisiert, dass dadurch eine echte Bürgerbeteiligung nicht möglich sei.

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