NABU widerspricht BUND – Heute Abstimmung

Windkraft entzweit selbst Naturschützer

Bad Hersfeld. Der geplante Windpark auf dem Wehneberg entzweit jetzt sogar die Naturschützer. Während der BUND-Vorsitzende Jörg Bennedik aus Sorge um den Erfolg der Energiewende für Windkraftanlagen plädiert hatte, widerspricht jetzt Thomas Hartwig vom NABU.

„Ist der heimische BUND bereits in die Rolle der Interessenlobbyisten für ABO-Wind in Bad Hersfeld geschlüpft?“ fragt er in einer Leserzuschrift. Weiter behauptet Hartwig, „die von Windkraftfirmen bestellten und entlohnten Biologen folgen den Auftraggebern und bewerten ökologisch wertvolle Lebensräume etwa des Rotmilans bewusst schlecht“. Diesem Treiben würden selbst die Umweltverbände tatenlos zusehen.

Unterdessen wächst vor der entscheidenden Abstimmung des Stadtparlaments (heute 18 Uhr, Bürgerhaus Hohe Luft) der Druck auf die Abgeordneten. Immer mehr Leserbriefe erreichen die HZ-Redaktion. Auch in Rohrbach in der Gemeinde Ludwigsau gibt es Kritik an den Windpark-Plänen. „Wir kriegen die Dinger direkt vor die Nase gesetzt“, sagt Ortsvorsteher Karl Grebe.

Er fordert eine bessere Zusammenarbeit der Gemeinden beim Thema Windkraft etwa durch interkommunale Windparks. Joachim Sust, SPD-Gemeindevertreter in Ludwigsau, schimpft: „Bad Hersfeld will Geld scheffeln, an Rohrbach denkt keiner.“ In Rohrbach werden derzeit Unterschriften gesammelt. (kai) Seite 10

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