Bad Hersfeld tut sich mit den Propellern auf dem Wehneberg nicht leicht

Windkraft ja, aber wo?

Bad Hersfeld. Selbst die Befürworter von Energiewende und Windkraftanlagen im Bad Hersfelder Stadtgebiet tun sich nicht leicht, wenn es gilt, konkrete Beschlüsse zu fassen. Das zeigte sich ein weiteres Mal, als der Stadtverordnetenausschuss für Stadtplanung und Umwelt am Mittwoch über die Änderung des Flächennutzungsplanes für den geplanten Standort für acht Propeller im Stadtwald auf dem Wehneberg zu beschließen hatte.

Sechs Ja-Stimmen und dreimal Nein lautete das Ergebnis, wobei Vorsitzender Roland Luley (SPD) aus seiner Fraktion ausscherte und sich dabei mit Bürgermeister Thomas Fehling (FDP) einig wusste.

Es ist eben keine leichte Entscheidung, wenn einerseits die erneuerbaren Energien gefördert werden sollen, andererseits aber das Stadtbild leidet und ein beliebtes Naherholungsgebiet beeinträchtigt wird.

Deshalb diskutierten die Ausschussmitglieder auch ein weiteres Mal Alternativen und Ausstiegsszenarios. Eine Alternative wäre beispielsweise der Standort Gellenberg an der Grenze des Stadtteils Kathus zu Friedewald. Dort wird die Nachbargemeinde nach Stand der Dinge ohnehin Windkraftanlagen zulassen, und auf Hersfelder Gebiet könnten weitere errichtet werden. Vorteil: Mit der Ausweisung dieses Vorranggebietes könnte die Stadt allen weiteren Windkraft-Plänen einen Riegel vorschieben.

Gleich zwei Nachteile

Nachteile gibt es allerdings gleich zwei: Die Pachteinnahmen würden in diesem Fall dem Grundstückseigentümer Hessen Forst zugute kommen und nicht wie auf dem Wehneberg der Stadtkasse.

Noch dazu ist die Stadt mit dem Wehneberg-Investor ABO-Wind bereits eine vertragliche Vereinbarung eingegangen. Sollte diese jetzt gekippt werden, ist mit Regressansprüchen zu rechnen. Ein Vertreter von ABO-Wind bezifferte die Vorleistungen seines Unternehmens auf einen „hohen sechsstelligen Betrag“.

Der Beschluss des Ausschusses ist allerdings „nur“ eine Empfehlung für die Stadtverordnetenversammlung, die am kommenden Donnerstag, 16. Mai, ab 18 Uhr im Bürgerhaus Hohe Luft tagt. Dort wird dann die endgültige Entscheidung zu treffen sein.

Von Karl Schönholtz

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