Konzern bevorzugt kurze Leitung gegenüber Nordsee-Pipeline

K+S will Salzabwässer in Oberweser einleiten

Hann. Münden. Das Unternehmen K+S aus Kassel bereitet für zwei Salzabwasser-Leitungen Anträge zur Genehmigung vor: für die Nordsee-Pipeline und für eine kurze Leitung von Osthessen bis zur Einmündung der Diemel in die Weser bei Bad Karlshafen. Das bestätigte auf Nachfrage K+S-Pressesprecher Ulrich Göbel. Allerdings bevorzugt der Kaliproduzent eindeutig die kurze Leitung in die Oberweser Für diese Variante sprechen aus Sicht des Konzerns drei Gründe:

• Widerstand in Niedersachsen gegen die Nordsee-Pipeline.

• Eine kurze Leitung vom Werra-Werk in Osthessen und Thüringen sei kostengünstiger als die Nordsee-Pipeline.

• Die kurze Leitung habe den gleichen biologischen Effekt wie die Nordsee-Pipeline. Die Werra werde entlastet; und beim Eintreffen der Abwässer an der Diemelmündung wären diese so verdünnt, dass der Chloridgehalt unter der Grenze von 400 Milligramm (mg) pro Liter liegen würde. Bei diesem Wert, als biologische Süßwasserschwelle bezeichnet, trete keine Verschlechterung für Lebewesen in der Weser ein.

Prof. Dr. Ulrich Braukmann, Gewässerökologe an der Uni Kassel in Witzenhausen, sagt, er könne die Aussage von K+S zur Unbedenklichkeit der Salzabwässer für Flora und Fauna in der Weser nicht nachvollziehen. Das müsste erst geprüft werden.

Für die Gewässergüte wesentlich aussagekräftiger als der Chloridgehalt sei jedoch die Belastung durch Kalium und Magnesium. Braukmann meint, ein Salzwasserrohr, egal ob lang oder kurz, verlagere nur das Problem. Nötig sei, die Abfälle am Ort der Produktion zu verringern.

Das fordert auch der Mündener Landtagsabgeordnete Ronald Schminke (SPD). Die kurze Leitung in die Oberweser sei eine „Mogelpackung“. Schminke: „K+S kann sich darauf verlassen, dass es Widerstand an der Oberweser geben wird, sollte der Konzern dort Salzabwässer einleiten wollen.“ (kri) ZUM TAGE

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