K+S-Laugen-Pipeline: Angst vor Pufferspeicher

SPD will kein Rohr zur Oberweser

Hersfeld-Rotenburg. Die SPD-Fraktion in der Regionalversammlung Nordhessen stemmt sich entschieden gegen Überlegungen, K+S-Kaliabwässer aus dem Werrarevier nicht mehr in den Fluss einzuleiten, sondern per Rohrleitung direkt in die Oberweser zu schaffen. Einen Antrag dazu stellte sie zur Sitzung im Haupt- und Planungsausschuss. Am Donnerstag kam das Thema aber nicht mehr auf die Tagesordnung – Wiedervorlage ist am Mittwoch, 23. Januar.

Dass so ein Rohr kurz bevor es in den Fluss mündet, riesige Pufferspeicher braucht, geht der SPD besonders gegen den Strich. Flächen von bis zu 80 Hektar sind für die hochkonzentrierten Salzfluten im Gespräch. Der Widerstand wächst.

Das Rohr zur Oberweser wäre die kurze Variante einer Leitung in die Nordsee. Experten nennen das Projekt grundsätzlich genehmigungsfähig. Billiger ist das kurze 150-Kilometer-Rohr auch: 170 Millionen Euro statt 460 Millionen für die 440 Kilometer an die Nordsee, kalkuliert K+S. Als Dauerlösung favorisieren aber die meisten Beteiligten das Rohr zur Küste.

Alles wartet nun auf die Niedersachsen Ende Januar: Dort haben sich bislang nur die Grünen für das Rohr zur Küste eingesetzt. Falls es eine rot-grüne Mehrheit gibt, geht das Thema in die Koalitionsgespräche. Sollte auch die Niedersachsen-SPD auf den Nordseekurs einschwenken, könnte das Druck aus dem Kessel an der Oberweser nehmen. (wrk)

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