Wildpinkler, wenig Mut und das liebe Geld

Karl Schönholtz

Die Unart des „wilden Bieselns“ ist beim Münchner Oktoberfest ein feststehender Begriff. In Bad Hersfeld wird allerdings das ganze Jahr über auch dort gepinkelt, wo keine Klohäuschen zur Verfügung stehen. Im neuen Parkhaus im Schilde-Park etwa, wo es in den Treppenhäuser ganz übel riecht. Oder in der Fußgängerunterführung der Hochbrücke, wo mancher eilige Pendler auf dem Weg zur Arbeit noch rasch den Morgenkaffee abschlägt. Oder auch ganz öffentlich auf einer Wiese an der Dippelstraße, wie die Kollegen der Sportredaktion aus dem Bürofenster nahezu täglich beobachten können. Kein Wunder, dass die Stadt an manchen Stellen Videokameras installieren möchte, um der überhand nehmenden Verschmutzung Einhalt zu gebieten. Stellt sich allerdings die Frage, ob im Schilde-Parkhaus eine Öffnung der vorhandenen, aber bislang nicht zugänglichen Toiletten nicht die kostengünstigere Lösung wäre.

Vielleicht komme alles ganz anders, hatten wir in der vergangenen Woche orakelt und dabei auf einen von SPD und Grünen angekündigten Antrag angespielt, die Kündigung von Festspiel-Intendant Holk Freytag zu revidieren. Jetzt ist es noch anders gekommen: Die Initiative wurde sang- und klanglos abgeblasen, es bleibt bei der morgigen Diskussionsveranstaltung zur Zukunft der Festspiele. Ganz ehrlich: Etwas mehr Mut hätte ich mir da schon gewünscht, auch auf die Gefahr hin, überstimmt zu werden.

Ein klein wenig anders als von uns berichtet ist auch der Sachstand bei der Abfüllhalle im Kurpark, die die türkisch-islamische Gemeinde als Standort für eine neue Moschee im Auge hatte. Die im Landeseigentum befindliche Immobilie ist der Stadt bislang noch zu teuer, so dass der vorgesehene Erwerb bislang nicht stattgefunden hat.

Fast regelmäßig sorgen die drei großen Kirchheimer Hotels für Schlagzeilen. Immobilie und Betrieb sind bei allen in der Hand von unterschiedlichen Gesellschaften, die handelnden Personen aber teilweise deckungsgleich. Ein Gesellschafter des Motels an der Autobahn möchte jetzt auch das Landhotel übernehmen. Dessen Vorbetreiber hatte den Kaufpreis nie bezahlt und Chaos hinterlassen.

Allerdings sind auch noch Forderungen gegen das Motel offen. Dabei handelt es sich nicht nur um die bisher bekannten Rechnungen der Gemeinde. Auch der Marburger Insolvenzverwalter hat seinen Kaufpreis noch nicht vollständig erhalten und will das Geld jetzt eintreiben lassen.

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