Im Frühling kommt es durch die Zeitumstellung häufiger zu Unfällen mit Tieren

Wild kennt keine Uhrzeit

Zaun hält Rehe von der A 4 vor der Eichhofsiedlung fern: Thomas Brückner vom Forstamt Bad Hersfeld am Wildzaun in der Nähe des Waldes, wo sich das Wild tummelt. Foto: Dräger

HERSFELD-Rotenburg. Heute Nacht wird die Zeit umgestellt. Das heißt: Morgens eine Stunde früher zur Arbeit fahren und damit steigt das Risiko für Wildunfälle, denn Rehe sind jeden Tag zur selben Zeit unterwegs.

„Die Wildunfälle steigen nach der Umstellung auf die Sommerzeit um mehr als 20 Prozent an, denn zwischen 5 und 8 Uhr wechselt das Wild auf der Suche nach Schutz und Futter zwischen Wald- und Freifläche“, erklärt der ADAC Hessen-Thüringen.

Die „Gefahr aus dem Wald“ solle man ohnehin nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn im Jahr 2011 meldete die Polizei Hessen 14 641 Wildunfälle, bei denen 190 Menschen zu Schaden kamen.

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ereigneten sich in diesem Zeitraum 508 Wildunfälle. Im Vergleich zum Jahr 2010 ist das jedoch ein Rückgang um 58 Fälle. „Ein Trend ist aber nicht erkennbar. Die Zahl der Wildunfälle im Kreis Hersfeld-Rotenburg schwankt“, sagt Manfred Knoch, Polizeidirektion Bad Hersfeld.

Aufpassen

Gerade jetzt in der Phase der Zeitumstellung ist auf den Straßen wieder höchste Vorsicht geboten. „Alle vier Stunden frisst das Rehwild und sucht sein Futter oft in Straßennähe“, erklärt Thomas Brückner vom Forstamt Bad Hersfeld. Aber nicht nur während der Futtersuche, sondern auch während der Paarungszeit und auf der Suche nach einem Revier wären sie oft unterwegs.

„Es kommt vor, dass jetzt die liebestollen Tiere auf die Straße laufen. Auf Autobahnen passiert da aufgrund von Wildzäunen weniger. Die Zäune helfen enorm, die Unfallzahlen zu verringern. Auf Landesstraßen sieht das aber wegen fehlender Zäune anders aus“, berichtet Thomas Brückner.

Tipps vom ADAC

Der ADAC empfiehlt den Verkehrsteilnehmern in Waldnähe, an Hecken oder bei Feldern am Straßenrand, mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren, in Bremsbereitschaft zu sein und genügend Abstand zum Vordermann zu halten. Denn bei einem Zusammenprall wirkt ein enormes Aufprallgewicht. Die Wucht, mit der ein Hirsch bei Tempo 60 auf ein Auto trifft, entspricht der Masse eines Elefanten.

Der ADAC rät den Verkehrsteilnehmen dazu langsam zu fahren, wenn Wild am Straßenrand auftaucht. Steht beispielsweise ein Reh an der Straße, sollte man das Fernlicht ausschalten, damit es nicht geblendet wird und einen Fluchtweg finden kann. Sonst sind anhalten und das Warnblinklicht anschalten eine gute Möglichkeit. „Wo ein Wildtier die Straße überquert, folgen weitere“, betont der ADAC.

Ist eine Kollision unvermeidbar, sollte der Fahrer auf keinen Fall ausweichen. Wenn es gekracht hat, muss sofort die Polizei verständigt werden.

Infos: Eine Broschüre mit Tipps zu Wildunfällen liegt in jeder Polizeistation aus.

Von Magdalena Dräger

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