48 Pfarrerinnen und Pfarrer gedachten ihrer Ordination vor 25, 40, 50 und 60 Jahren

Wiedersehen in der Kirche

Ordinationsjubiläum: 48 von 78 eingeladenen Pfarrerinnen und Pfarrern waren nach Bad Hersfeld gekommen, um zusammen mit der früheren Hersfelder Pröpstin und jetzigen „Personalchefin“, Prälatin Marita Natt (ganz links) ihres Ordinationstages zu gedenken. Unter den Jubilaren war auch der Sohn des Hersfelder Pfarrers Karl Lotz, Rudolf Lotz, der wegen eines Sturzes auf einen Rollstuhl angewiesen war (vorne), und der bis 1985 an der Martinskirche tätige Pfarrer Claus Jacobi (rechts unter dem Altarkreuz). Foto: Apel

Bad Hersfeld. Es ist liebgewordene Tradition, dass die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck in Zusammenarbeit mit dem Pfarrverein alljährlich all diejenigen ihrer Pfarrerinnen und Pfarrer nach Bad Hersfeld einlädt, die vor 25, 40, 50 und 60 Jahren in ihr Amt eingeführt worden sind – die also sozusagen Dienstjubiläum feiern können.

Prälatin Marita Natt begrüßte zusammen mit dem Vorsitzenden des Pfarrvereins, Pfarrer Frank Illgen, jeden einzelnen mit Handschlag und einem von Herzen kommenden Lächeln. Dekan Dr. Frank Hofmann sprach vom schönen und zugleich schweren Amt des Pfarrers, von Rückblick und Ausblick. Manch einer mag sich beim Lied „Tut mir auf die schöne Pforte“ an den Tag der Ordination und den Start in der ersten Gemeinde, die bisweilen auch als „erste Liebe“ bezeichnet wird, erinnert haben.

Sauerteig sein

Prälatin Natt nahm in ihrer Predigt darauf Bezug. Sie verwies auf die Jahreslosung aus Psalm 73 und fragte danach, ob es wirklich eines jeden Pfarrersmenschen Glück sei, Gott nahe zu sein – bei all den „Kümmernissen“, die ein jeder in seinem Pfarrersleben erfahre. Sie sprach von den Erwartungen, die man in den Gemeinden hegt, dass Pfarrer-Sein nicht nur Beruf, sondern Berufung ist. Sie verwies auf „Kurhessens Geschenk an die Welt“, die 475 Jahre alte Ziegenhainer Zuchtordnung, die die Grundlage für die überall gefeierte Konfirmation bildet, und sie betonte, dass die Landeskirche dringend „himmlisches Bodenpersonal“ brauche. Natt schloss mit der programmatischen Aufforderung an ihre Kollegen: „Wir müssen Sauerteig sein, auch wenn uns das manchmal sauer wird!“

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls ist Zeit für Gespräche. Unter denen, die sich besonders über das Wiedersehen in Bad Hersfeld freuen, ist der fast 92 Jahre alte Pfarrer Rudolf Lotz, der Sohn des in der Lullusstadt unvergessenen Pfarrers der Bekennenden Kirche, Karl Lotz. Rudolf Lotz ist vor 60 Jahren ordiniert worden. Zusammen mit dem damals Jüngsten, dem trotz seiner 85 Jahre noch heute jungen Claus Altrock, der von 1973 bis 1985 erster Seelsorger der neuerrichteten Martinskirchengemeinde war, und der im Nachhinein über seine alte Gemeinde sagt: „Ich bin sehr warmherzig aufgenommen worden und es hat nirgendwo so viele herzliche Kontakte gegeben wie in Bad Hersfeld!“

Im Anschluss an den Gottesdienst sind die Jubilare zum festlichen Essen eingeladen, bei dem alle eine Ehrenurkunde überreicht bekommen.

Von Wilfried Apel

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