Wiederauferstehungen

Karl Schönholtz

Den „Pedway“ – eine Fußgängerbrücke zwischen Schilde-Park und Stadthaus – hatten die Hersfelder Stadtpolitiker eigentlich längst beerdigt. Zu teuer und wohl auch zu monströs erschien ihnen das Bauwerk, das Rathaus-Chef Thomas Fehling im Bürgermeister-Wahlkampf als Allheilmittel für die darbende Unterstadt propagiert hatte. Doch jetzt scheint der Pedway eine Art Wiederauferstehung zu erleben.

Wie man hört, ist eine solche Brücke Bestandteil weitreichender Überlegungen, die dem Stadthaus-Bereich zu einer neuen Funktion verhelfen sollen. Denn – obwohl offiziell noch nicht kommuniziert – ist es ein offenes Geheimnis, dass hier unter städtischer Regie eine Anlaufstelle in Sachen Klimaschutz und Energieberatung entstehen soll. Mittels der recycleten Brücken-Idee könnte dann der Bogen geschlagen werden in einen thematisch passenden „Energiepark“ im inhaltlich noch zu gestaltenden östlichen Teil des Schilde-Parks. Sollte der große Plan greifen, wäre das auch für das Stadthaus eine Art Wiederauferstehung, das zuletzt auch Wettbüros und obskure Privatclubs beherbergte.

Eher Wiedergänger als Wiederaufersteher ist das Thema Media-Markt. Zwar hat es zwischen dem Unternehmen und der Stadt weder im Zusammenhang mit dem Scheitern der Pläne für den Standort Autozentrale noch für die danach ins Gespräch gebrachte Alternative Wever-Gelände irgendeinen Kontakt gegeben. Dennoch steht im Rathaus mittlerweile ein weiterer Projektentwickler auf der Matte, der mit Media Markt aufs Wever-Grundstück möchte. Allerdings nur, wenn das Vorhaben durch zwei weitere Einkaufsmärkte flankiert würde. Da am langen Ende auch darüber nicht in der Stadt selbst, sondern an höherer Stelle entschieden würde, sind die Aussichten wohl eher mau.

Ob die Interessengemeinschaft Entwässerungswillkür in Haunetal noch einmal von einer Wiederauferstehung träumt? Die Begründung, die die Kasseler Verwaltungsrichter zu ihrer abschlägigen Entscheidung lieferten, ließ nicht viele Fragen offen. Unter dem Strich war das wohl nicht nur ein Dämpfer für die Kläger, sondern schon der K.o.-Schlag.

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