Was ist von der ausgebrannten Gaststätte noch zu retten?

Klosterschänke: Wiederaufbau als Chance

Nichts mehr zu retten: So sieht es momentan im ersten Obergeschoss der ausgebrannten Klosterschänke aus. Im Innern wird das historische Gebäude wohl völlig neu entstehen müssen. Foto: Schönholtz, mit freundlicher Genehmigung der Familie Bommer

Bad Hersfeld. Wer heute die ausgebrannten Räumlichkeiten der Klosterschänke in Bad Hersfeld betritt, der wundert sich. Obwohl das Feuer vom 24. Januar erst stundenlang wütete und noch Tage danach schwelte, sind viele der dicken, alten Holzbalken nur oberflächlich angekokelt und halten die Statik des Gebäudes aufrecht.

Doch zu retten ist im Innern der historischen Ausflugsgaststätte auf dem Johannesberg wohl nicht mehr viel. Das sieht auch Johannes van Horrick so, der im Technischen Rathaus der Stadt für den Denkmalschutz zuständig ist.

Archiv-Video: Suche nach der Brandursache

Auch äußerlich wird der Ende des 17. Jahrhunderts errichtete Fachwerkbau wohl nur zum Teil erhalten werden können. „Möglicherweise muss vom Dachstuhl bis auf die Sandsteinmauern abgerissen werden“, befürchtet van Horrick nach einer Besichtigung der Brandruine, die er gestern gemeinsam mit dem städtischen Gefahrenverhütungsbeauftragten Helge Assi vornahm. Noch hofft van Horrick allerdings, dass Teile des originalen Fachwerks im rückwärtigen Bereich des Gebäudes, der vom Feuer nicht ganz so stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, bewahrt werden können.

Wie der Wiederaufbau der Klosterschänke auch unter denkmalschützerischen Gesichtspunkten gelingen kann, das besprachen an Ort und Stelle (von links) Helge Assi und Johannes van Horrick vom Technischen Rathaus mit Hausherr Ulrich Bommer und Armin Purkl, Geschäftsführer des Bebraer Architekturbüros „Team Planquadrat“. Foto: Schönholtz

Darüber hinaus sieht van Horrick den Wiederaufbau als Chance. „Ich bin dafür, erst einmal ein vernünftiges Konzept für die Klosterschänke zu erarbeiten anstatt den alten Zustand einfach wieder herzustellen“, sagt der Denkmalschützer und denkt dabei an die zahlreichen An- und Nebenbauten auf dem Gelände, die über die Jahre unter teilweise fragwürdigen Umständen entstanden sind.

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Von Karl Schönholtz

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