Restaurierter Zuse-Computer von 1955 bereichert Dauer-Ausstellung im „wortreich“

Z 22 ist wieder zuhause

Hans Uhlemann, ein ehemaliger Zuseaner (vorne links), hat den Z 22 in wochenlanger Kleinarbeit im „wortreich“ wieder zusammengebaut und (fast) zum Laufen gebracht. Gestern schilderte er seine Arbeit Bürgermeister Thomas Fehling (rechts daneben) und dem Sohn des Computervaters, Prof. Horst Zuse aus Berlin (mit Schlips). Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. „Hier ist der richtige Ort, es gibt keinen besseren Platz“, sagte Prof. Dr. Horst Zuse gestern im Bad Hersfelder „wortreich“, als ein wieder hergestelltes Exemplar des von seinem Vater Konrad entwickelten Computers Z 22 R als neues Exponat der Dauerausstellung präsentiert wurde.

Die 1955 in Bad Hersfeld gebaute Rechenmaschine, deren Kapazität heute von jedem Handy um ein Vielfaches übertroffen wird, hatte der ehemalige Zuseaner Hans Uhlemann aus Buchenau in wochenlanger Arbeit zusammengebaut und schon (fast) wieder zum Laufen gebracht (unsere Zeitung berichtete).

Lange Vorgeschichte

Bürgermeister Thomas Fehling verwies auf die lange Vorgeschichte, denn erste Gespräche zum Erwerb des Z 22 fanden bereits 2010 statt. „Das lag mir am Herzen“, sagte Fehling. Erworben wurde der Computer schließlich aus dem Nachlass von Hubert Lehmann aus Bad Salzschlirf, dessen Witwe Bärbel gestern auch nach Bad Hersfeld gekommen war.

Die Finanzierung des Projekts hatte der örtliche Unternehmer Friedrich Krumme sichergestellt. Mit knapp 30 000 Euro finanzierte er Kauf, Transport und Rekonstruktion des Museumsstücks.

Der mit transparenten Türen versehene Riesen-Kasten soll den Besuchern im „wortreich“ nun vermitteln, wie die Anfänge der Computertechnik ausgesehen und funktioniert haben – beim Z 22 beispielsweise noch mit Lochstreifen.

„Der Z 22 hat die elektronische Datenverarbeitung in die deutschen Wissenschaftsinstitute und die Universitäten gebracht“, sagte Horst Zuse und verwies auf die große Bedeutung eben dieses Modells.

Damit Zuse und Uhlemann den nach Hause zurückgekehrten Z 22 auch künftig problemlos erleben können, überreichte „wortreich“-Geschäftsführerin Anne Groß Jahreskarten für die Ausstellung. www.wortreich-badhersfeld.de

Von Karl Schönholtz

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