Kreistag verabschiedet Resolution – Bürgermeister organisieren sich

Widerstand gegen Suedlink-Trasse wächst

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Hersfeld-Rotenburg. Der Widerstand gegen die geplante Stromautobahn Suedlink wächst immer weiter. Der Kreistag hat mehrheitlich einer Resolution der SPD zugestimmt, in der die Landesregierung aufgefordert wird, dafür zu sorgen, dass eine Überspannung von besiedeltem Gebiet ausgeschlossen wird und die geltenden Abstandsregeln eingehalten werden.

„Überall herrscht viel Angst und Unsicherheit wegen der neuen Trasse“, sagte Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch. Er kritisierte die schlechte Informationspolitik des Trassenbetreibers Tennet. Koch betonte, dass es nicht um eine generelle Ablehnung der Stromtrasse gehe. Allerdings würden ohnehin stark belastete Gemeinden durch die Trasse und das gesetzliche Bündelungsgebot über Gebühr belastet. Einzig die Grünen verteidigten die Trasse und unterstrichen die Bedeutung von Stromautobahnen für die Energiewende.

Unterdessen haben sich auch die in der Arbeitsgemeinschaft Nord des Hessischen Städtetags zusammengeschlossenen Kommunen deutlich gegen die 600 Kilometer lange Gleichstrom-Leitung positioniert. „Wir stellen grundsätzlich den Sinn des Projekts in Frage“, erklärte Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat. Das Planverfahren könne fast als „grob fahrlässig“ bezeichnet werden. Ein grundsätzlicher Verzicht oder die Umplanung auf eine behutsamere Trassenführung sei das Ziel der Bemühungen. Entlang der geplanten Strecke gebe es Wohnbebauung und Schutzgebiete. Daher forderten die Bürgermeister die Offenlegung der Planungsunterlagen. Der Eschweger Bürgermeister Alexander Heppe (CDU) ist Vorsitzender der AG Nord.

Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch hat ebenfalls bereits Kontakt aufgenommen und plant, sich dem Bürgermeister-Protest anzuschließen. Ihm sei besonders wichtig, dass die Trasse nicht einfach zu Nachbarn „abgeschoben“ werde, sondern für alle verträglich verläuft. (may/kai) ZUM TAGE, HINTERGRUND, SEITE 2

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