Lebhafte Diskussion über Windkraftanlagen im Stadtwald des SPD-Ortsvereins Kalkobes

Für und Wider zum Wehneberg

Die Gegner von Windkraftanlagen im Stadtwald auf dem Wehneberg hatten bereits Bürgermeister Fehling Unterschriften überreicht. Foto: Maaz/Archiv

BAD HERSFELD. Eine lebhafte Diskussion gab es beim Bürgerstammtisch des SPD Ortsvereins Kalkobes über die geplanten Windkraftanlagen auf dem Wehneberg.

Zunächst fasste der Stadtverordnete Daniel Faßhauer die Entwicklung der Planungen zusammen. In der anschließenden von Thomas Hahn geleiteten Diskussion zeigte sich dann schnell, dass sowohl die Befürworter der Windkraftanlagen als auch die Befürworter für den Erhalt des Naherholungswaldes noch einmal Nachforschungen angestellt hatten, die neue Fragen aufwarfen.

So wollte Maik Dippel aus Heenes Möglichkeiten genannt haben, wie die aus einem Bürgerbegehren entstehenden Kosten gedeckt werden könnten.

Thomas Faßhauer von der Bürgerinitiative „Ruhe“ wies auf die über 10 000 Kubikmeter Stahlbeton hin, die große Waldflächen versiegeln würden. Die Sprecherin der neuen Bürgerinitiative „Rettet-den-Stadtwald“, Andrea Zietz, wies auf die Gefahr des Eiswurfs im Winter auch bei stehenden Anlagen hin.

Weitere Bedenken gab es wegen der befürchteten massiven Waldschäden bis zu der Verlegung der Starkstromkabel. Ein ökonomisches Argument brachte Siegmar Gleiser in die Diskussion ein: „Eigentlich haben wir zu viel Strom – bei gleichzeitigem Rückgang des Stromverbrauchs. Der Wehneberger Standort ist also überflüssig“, meinte er.

Der Hersfelder SPD Stadtverbandsvorsitzende Gunter Müller legte hingegen Wert darauf, dass Bad Hersfeld unabhängig von den großen Stromkonzernen werde und forderte vor einem möglichen Bürgerbegehren müssten die Bürger erst einmal sachlich informiert werden. „Man kann nicht von anderen verlangen, was man selbst nicht tut“, sagte Müller.

Hans-Heinrich Reinhardt – selber Beteiligter an Schenklengsfelder Windkraftanlagen – hielt dem den problematischen Standort auf dem Wehneberg entgegen. „Ich bin für alternativen Strom – aber nur mit Sinn und Verstand. Im Moment herrscht eine Goldgräberstimmung.“

Abschließend betonte Daniel Faßhauer, dass es wichtig sei, allen Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich an der Entscheidung zu beteiligen. „Wenn die Mehrheit etwas möchte, sollte und wird dies auch berücksichtigt,“ sagte er.

Zugleich wurde auf eine Ortsbegehung des Stadtwaldes am Wehneberg hingewiesen, die rund um den Messmast führen soll. Sie findet am Freitag, 14. Juni, ab 16 Uhr statt.

Neben anderen nimmt daran auch der Grüne Kreistagsabgeordnete und Förster Jörg Althoff teil. Treffpunkt ist der Ponyhof auf dem Wehneberg. (red/kai)

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