Wichtige Nachrichten

Karl Schönholtz

Die wichtigste Nachricht für Bad Hersfeld aus der vergangenen Woche? Das Ensemble des neuen Festspielintendanten? Vielleicht. Der Beschluss des Haushalts 2010? Ganz bestimmt wichtig, aber... Folgt man Bürgermeister Hartmut H. Boehmer, dann war es für die Stadt noch bedeutender, die drängenden Probleme mit der Sinti-Siedlung zu lösen. Und das ist nach langwierigen Verhandlungen mit dem Eigentümer der 27 sanierungsbedürftigen Häuser, der Gemeinnützigen Wohnungs-Gesellschaft Hessen (GWH) gelungen. Für 1,8 Millionen Euro werden die Häuser energetisch erneuert. Im Gegenzug verlängert die Stadt ihren Vertrag als Generalmieter um 25 Jahre. Das alles im Einvernehmen mit den Bewohnern. Und ein Haus dient künftig der sozialen Betreuung. Das ist auch deswegen eine gute Nachricht, weil die exponiert an einer Haupt-Zufahrtstraße gelegene Siedlung zu verkommen drohte.

Für gute Nachrichten war in der vergangenen Woche auch der neue Festspielintendant Holk Freytag zuständig. Zum einen läuft der Vorverkauf bisher ganz prima, und das nicht nur bei den Musicals. Vielleicht ist die Festspielkarte ja noch die rettende Idee für ein Weihnachtsgeschenk in letzter Minute. Zum anderen ist das Ensemble für die Jubiläums-Spielzeit 2010 fast komplett. Interessante Namen und Gesichter sind dabei, darunter auch ein paar gute Bekannte aus jüngerer und älterer Festspiel-Vergangenheit. Dazu passt auch unser heutiges Montagsinterview.

Der Haushaltsbeschluss der Hersfelder Stadtverordneten vom vergangenen Donnerstag war möglicherweise auch von größerer Bedeutung, wenn die Befürchtungen im Hinblick auf das Wachstumsbeschleunigungsgesetz der Bundesregierung wahr werden: Dann haben wir 2010 den letzten ausgeglichenen Etat gehabt, ehe es auch in Bad Hersfeld defizitär zugeht.

Was die Nachricht vom Gerücht unterscheidet, ist klar: Das eine stützt sich auf Fakten, das andere ist die Fiktion im Gewand einer Nachricht. Weil die Grenzen mitunter fließend sind und an manchem Gerücht „etwas dran“ sein könnte, müssen Journalisten nachfragen. So geschehen im Falle einer angeblichen Kündigung der Hersfelder Kurdirektorin – siehe unsere Samstags-Ausgabe. Auch wenn die Antwort aus dem Rathaus nicht wirklich zufriedenstellt: Solange keine Fakten geschaffen sind, gibt es eben auch nichts zu berichten.

ks@hersfelder-zeitung.de

Kommentare