EU-Auszeichnung für „Breitband Nordhessen“ als besonders innovatives Projekt

Wichtig wie Wasser und Strom

Auszeichnung für Breitband Nordhessen: EU-Kommissar Günther Oettinger, Landrat Dr. Michael Koch und Geschäftsführerin Kathrin Laurier (von links). Foto: nh

Brüssel. Schnelles Internet für alle in ganz Nordhessen ist das Ziel – doch schon jetzt hat das „Breitband Nordhessen“-Projekt für seinen innovativen und in Europa einzigartigen Weg in Brüssel eine Auszeichnung der EU bekommen. Die Europäische Kommission zeichnet Breitband Nordhessen mit dem „European Broadband Award 2015“ aus (unsere Zeitung berichtete).

Eine Expertenjury hatte aus 48 Bewerbern die überzeugendsten Projekte in fünf Kategorien ausgewählt. Bei „Cost reduction and co-investment“ hatten die Nordhessen gegen alle Kandidaten die Nase vorn. Sie wurden am Montag vom EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther Oettinger, mit dem neu ausgelobten Preis ausgezeichnet.

Dr. Michael Koch, Landrat des Kreises Hersfeld-Rotenburg, nahm als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Breitband Nordhessen gemeinsam mit Geschäftsführerin Kathrin Laurier die Auszeichnung in der historischen Bibliothèque Solvay in Brüssel entgegen. Koch lobte das Projekt: „Die flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet ist heute so wichtig für die Menschen wie Wasser und Strom, darüber hinaus ein wichtiger Standortfaktor. Durch ein flächendeckendes Highspeed-Internet bleiben unsere Landkreise ein attraktiver Lebens- und Wirtschaftsraum. Der Preis ist Beweis, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Kathrin Laurier freut sich, dass die EU vor allem die Besonderheit und Einzigartigkeit des Projekts hervorgehoben hat: „Die fünf nordhessischen Landkreise als Gesellschafter der Breitband Nordhessen GmbH werden die Eigentümer des Glasfasernetzes. Das ist ein in Europa einzigartiges Modell, spart Geld und Bürokratie.“ Die Breitband Nordhessen GmbH wurde 2014 von den fünf nordhessischen Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner gegründet. Sie setzt sich für den flächendeckenden Ausbau eines Hochgeschwindigkeitsinternets ein, kümmert sich um die gesamte Koordination und den Ausbau der Glasfaservernetzung in der Region. Sowohl Gewerbetreibende als auch Privathaushalte sollen im Ausbaugebiet mit Breitbandanschlüssen mit bis zu 50 MBit/s versorgt werden.

Und genau dafür gab es jetzt die Auszeichnung aus Europa. EU-Kommissar Günther Oettinger: „Die Verbreitung von Best Practice-Beispielen ist ein adäquates Mittel, um die Zielerreichung bis 2020 voranzutreiben. Deshalb haben wir den European Broadband Award ausgerufen, der die fünf besten europäischen Projekte für Hoch-geschwindigkeits-Breitbandnetze identifizieren und auszeichnen soll.“ (red/ks)

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