Bei den guten Geistern von Amazon in Bad Hersfeld herrscht vor dem Fest Hochbetrieb

Wichteln für Weihnachten

Moderner Weihnachtswichtel: Diese junge Frau verpackt in Windeseile die bestellten Waren für den Versand. Foto: Reemt Bernert

Bad Hersfeld. Die sagenumwobene Werkstatt des Weihnachtsmanns liegt nicht mehr am Nordpol. Das war einmal. Im Online-Zeitalter lässt auch Knecht Ruprecht bei Amazon arbeiten. In den weitläufigen Hallen des Internet-Kaufhauses auf einem Hügel über Bad Hersfeld wichteln in diesen Tagen Tausende von guten Geistern. Und zur Feier des Nikolaustages tragen die Picker und Packer sogar rote Weihnachtsmannmützen.

„Das ist für mich die schönste Zeit des Jahres, wenn hier alles brummt“, sagt Robert G. Marhan, der General Manager des Amazon-Standortes Bad Hersfeld. 4,2 Milliarden Euro werden nach Angaben des Bundesverbands Versandhandel in diesem Jahr mit dem Online-Weihnachtsgeschäft verdient – ein Plus von satten sieben Prozent. Einen ordentlichen Anteil daran hat wohl auch Amazon Bad Hersfeld, obwohl das Unternehmen keine konkreten Zahlen nennen will.

Wir haben alle Mitarbeiter gefunden, die wir für das Weihnachtsgeschäft benötigen, und damit sind wir sehr zufrieden.“

„Viele tausend Pakete verlassen derzeit pro Stunde unser Lager“, sagt Robert G. Marhan und blickt stolz auf die Fließbänder, an denen die Pakete Richtung Lastwagen vorbeiflitzen. Gearbeitet wird im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr. Dabei ist der Spitzentag im Weihnachtsgeschäft wohl noch nicht erreicht. Im vergangenen Jahr wurden am 13. Dezember bei Amazon.de 2,1 Millionen Produkte bestellt, 24 Artikel pro Sekunde. Bis zum 22. Dezember kann man bei Amazon online bestellen und erhält das Geschenk garantiert noch pünktlich zum Fest.

Es ist ein buntes Völkergemisch, das die Hallen an der Amazonstraße belebt. Mindestens 30 unterschiedliche Nationalitäten arbeiten hier zusammen – darunter viele Türken, Polen und Russen und sogar Spanier. „Die meisten unserer Mitarbeiter kommen aber aus der Region“, betont Robert G. Marhan. Eine von ihnen ist Maria Kehl aus Eiterfeld, die vorsichtig Weihnachtsgeschenke in einen braunen Pappkarton legt und mit Packpapier abpolstert. „Mir macht die Arbeit hier Spaß“, versichert sie – soviel, dass sie auch daheim noch für ihre Lieben Weihnachtsgeschenke verpacken wird.

Lob für die Arbeitsagentur

Wieviele Saisonkräfte genau bei Amazon arbeiten, will Robert G. Marhan nicht sagen. „Wir haben alle Mitarbeiter, die wir benötigen und sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, erklärt der Amazon-Manager und lobt die gute Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit. Noch diese Woche werde die Einstellungsoffensive beendet, mit der rund 3500 Saisonkräfte gesucht wurden.

Ferienpark statt Container

Alle Mitarbeiter wurden in umliegenden Ferienparks untergebracht, versichert Marhan. Frielendorf, Ronshausen und der Seepark sind jetzt also Außenstellen von Amazon. Die befürchteten Containerdörfer aber wurden nicht gebraucht.

Bei Amazon in Bad Hersfeld herrscht vor Weihnachten Hochbetrieb

Um die Kollegen im Weihnachtsstress bei Laune zu halten, lässt sich das Management einiges einfallen. Am Nikolaustag gab für alle Schokolade und Lebkuchen zum Schichtwechsel. Außerdem ist der Comedian Bodo Bach vor über 1000 Mitarbeitern aufgetreten. „Ein bisschen Spaß gehört dazu“, sagst Robert C. Marhan. Und der wird bei Amazon vom Weihnachtsmann persönlich überwacht. Er steht im Eingangsbereich und ist – natürlich – aus Pappkartons gebaut.

Von Kai A. Struthoff

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