Bad Hersfeld liest ein Buch – „Grenzenlos“ an der Modellschule Obersberg

Ost und West spielerisch

„Grenzenlos“: Die Schüler der Modellschule Obersberg hatten ihre Ideen zu Bad Hersfeld liest mit einer Ausstellung in Szene gesetzt. Auf dem Foto das sogenannte BRD-Wohnzimmer. Foto: Landsiedel

Bad Hersfeld. „Achtung, Sie verlassen jetzt West-Berlin“ war am Dienstagabend auf einer großen Warntafel am Eingang zum Audimax der Obersbergschulen zu lesen. Auf dem Fußboden des Audimax war mit gelbem Klebeband eine fiktive Grenzlinie markiert, welche die zahlreichen Besucher der Aktion „Bad Hersfeld liest ein Buch“ über eine kleine Ausstellung mit Exponaten aus der der sogenannten „Ostzone“ zum Buffet mit DDR-Spezialitäten führte.

Dort konnten neben Deftigem wie einer als „Karlsbader Schnitte“ bezeichneten Variante des Hawaii-Toasts auch Süßes wie „Katzenzungen“ oder „Hallorenkugeln“ probiert werden.

Schulleiter Karsten Backhaus reklamierte während seiner kurzen Begrüßung schmunzelnd das Copyright für die Entdeckung der „Sonnenallee“ als Buch der diesjährigen Bad Hersfelder Leseaktion für die Modellschule Obersberg, da bereits 2002 die Theater-AG aus der Romanvorlage eine Aufführung gestaltet habe.

Eine Stunde Programm

Im folgenden, gut einstündigen Programm hatten die Schüler der MSO, die als letzte der großen Bad Hersfelder Schulen mit ihrer Abendveranstaltung zu „Bad Hersfeld liest ein Buch“ an der Reihe waren, für ihre Gäste noch die eine oder andere Überraschung parat.

In kurzen Spielszenen trafen Jugendliche aus Ost und West im Schildepark aufeinander, es gab eine DDR-Modenschau und Hermann aus Bad Hersfeld und Wuschel aus der Sonnenallee diskutierten über Musik und Zensur. Brillant die Idee, mit Elisabeth von Thüringen, Preußenkönig Friedrich II. und Karl Marx drei Personen zu einem Disput über Freiheit und Gleichheit an einen Tisch zu bringen, die für die Geschichte Mitteldeutschlands von herausragender Bedeutung waren.

Für Schmunzeln im Publikum sorgte ein kleiner, vielleicht aber auch gewollter Patzer, als eine DDR-Flagge verkehrt herum über die Bühne getragen wurde. Vor dem Mauerfall hätte dies im anderen Teil Deutschlands für den Pechvogel sicherlich fatale Folgen gehabt.

Reichhaltiges Buffet

Nach dem offiziellen Programmende gab es am DDR-Buffet noch reichlich Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Insgesamt ein sehr gelungener Abend.

Von Thomas Landsiedel

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