Sortieren und getrennt sammeln - Geld und Rohstoffe sparen

Die Wertstoffe landen nicht im Ofen

Hersfeld-Rotenburg. Die Bürger im Kreis Hersfeld-Rotenburg trennen ihren Müll sorgfältig. Die Bereitschaft, Wertstoffe auszusortieren, habe nicht nachgelassen, sagte Gerd Keidel vom Abfallwirtschafts-Zweckverband (AZV) des Landkreises. Er und sein Kollege Bernhard Skolik vom Müllabhol-Zweckverband (MZV) betonen, wie wichtig die Trennung ist. Wer infolge der Trennung die graue Restmülltonne nicht jedes Mal rausstellen muss, spart die Leerungsgebühr. Außerdem werden die Wertstoffe wiederverwertet.

Am Ende werde doch alles zusammengekippt und verbrannt - das ist eine in der Bevölkerung weit verbreitete Ansicht. Aber sie ist falsch, sagen die beiden Experten der Zweckverbände.

Nicht einmal der Restmüll aus der grauen Tonne wird komplett verbrannt. Er wird zunächst zur Deponie Mittelrück in Ludwigsau gebracht. Dort wird er von der Firma Umweltdienste Bohn (Alsfeld) abgeholt und nach Weidenhausen im Werra-Meißner-Kreis transportiert. Nicht brennbare Stoffe wie Metall werden hier aussortiert und nur aus dem, was dann noch übrig bleibt, wird ein Ersatzbrennstoff hergestellt. Dieser dient dann im Kraftwerk der SCA Papierfabrik Witzenhausen als Brennstoff zur Energieversorgung. Sperrmüll und Baustellenabfälle werden seit Juni 2009 nach Aussortierung von Altholz und Metallen im Müllheizkraftwerk Heringen entsorgt.

„Die Getrenntsammlung ist sinnvoll. Da wird nichts zusammengeworfen“, sagt Gerd Keidel. Die Weichspülerflasche im Gelben Sack findet in einem neuen Kunststoffprodukt Verwendung. Landet sie im Hausmüll, würde sie im Kraftwerk als Ersatzbrennstoff dienen. Dann aber hätte man die Entsorgung doppelt bezahlt, weil die graue Tonne öfter als notwendig geleert werden müsste.

Dasselbe gilt für Papier, Glas, den gelben Sack und Biomüll, die die graue Tonne unnötig füllen würden. Wo die Wertstoffe bleiben, lesen Sie in unserer Druckausgabe vom 20.09.2010 auf SEITE 2

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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