Komödie von Lutz Hübner lockt viele Besucher in die Bad Hersfelder Stadthalle

Wenn’s in der Schule kracht

Harte Worte: Die Klassenlehrerin Sabine Müller greift bei den Eltern hart durch (von links nach rechts) Wolfgang Seidenberg, Claudia Rieschel, Katrin Filzen, Thomas Martin. Foto: Schiller

Bad Hersfeld. Beziehungen zwischen Lehrern und Eltern sind nicht einfach. Das weiß jeder, der einmal zur Schule ging. Da werden einander Vorwürfe gemacht, es geht um Vertrauen und Misstrauen und um Macht.

In der Komödie „Frau Müller muss weg“ von Lutz Hübner, die am Wochenende in der Stadthalle in Bad Hersfeld aufgeführt wurde, werden solche Schwierigkeiten dargestellt. Ein Elternabend soll die Probleme der Klasse 4b von Frau Müller lösen und für die Eltern steht die Schuldige fest – Frau Müller! Und die muss weg, da sind sich fast alle einig.

Heiteres Stück

Auf heitere Weise zeigt das Stück, wie Eltern ihre Kinder sehen und wie sie wirklich sind. Wie Eltern ihre kleinen Engel verteidigen; die sich im Gespräch aber als kleine Teufel entpuppen. Wie schnell Vorurteile gebildet werden und ein Schuldiger gesucht wird. Das üppige Bühnenbild mit seinen detailreichen Requisiten vermittelte einen realen Eindruck, hitzige Diskussionen zwischen Eltern und Lehrerin amüsierten das Publikum. Die geglückte Darstellung der Probleme sowohl innerhalb als auch außerhalb des Klassenzimmers wurde zum Schluss mit donnerndem Applaus und stehenden Ovationen des Publikums gewürdigt. Eine bezaubernde Claudia Rieschel als Grundschullehrerin Sabine Müller sowie Wolfgang Seidenberg als sorgendes Elternteil rundeten den Abend ab.

Ein genialer Theaterabend, der wohl jeden Besucher dazu bringt, sich mal an die eigene Nase zu fassen. Denn hinter den schwierigen Beziehungen zwischen Lehrern und Eltern stehen meistens sowohl schwierige Lehrer als auch schwierige Eltern.

Von Jana Schiller

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