Ein geglücktes Experiment des SV Kathus

Wenn Wandern zum Abenteuer wird

Abenteuerwanderung des SV Kathus: Märchenerzähler Christof Schranz (links) zog mit seiner gestenreichen Darstellung vom strickenden Riesen und vom Hirschen Henri in der Badewanne die kleinen und die großen Teilnehmer in seinen Bann. Foto: Roth

Kathus. Die Wanderer des SV Kathus gehen neue Wege, um auch jungen Menschen etwas zu bieten. Obwohl der Termin Samstagmorgen für eine Abenteuerwanderung zunächst skeptisch beurteilt worden war, begrüßte Christa Bernst als Organisatorin und Wanderführerin nahezu 120 Wanderer aus Kathus, Sorga und Petersberg zum Start am Kathuser Schützenhaus.

Fast 50 Kinder machten sich von dort mit ihren Eltern und Großeltern auf den Weg zum Metzenkreuz, einem zentralen Ort im Seulingswald.

Schon nach kurzer Zeit wartete ein Räuber (Bastian Bernst) im dunklen Wald auf die Kinder. Mit deren Hilfe wurde ein versteckter Schatz mit Süßigkeiten schnell gefunden und verzehrt.

Erzähler auf Holzstoß

Fünfhundert Meter weiter stand als Märchenerzähler Christof Schranz auf einem Holzstoß und berichtete den andächtig lauschenden Kindern von einem „strickenden Riesen“, der die langen Baumstämme als Stricknadeln benutzte.

An der Mülldeponie vorbei ging es zum Metzenkreuz. Dort wurde die neue Baumelbank enthüllt, die von den Wanderern Fritz Burkhardt, Karl Falß, Hermann Cornelius und Peter Bernst in Eigenarbeit gebaut und mit Hilfe von Edgar Braun und Karlheinz Otto aufgestellt worden war. Das Material wurde von Mitgliedern der Wandergruppe gesponsert.

Am Metzenkreuz hatten sich 1989 über 2000 Schüler getroffen, um gegen die Zerstörung des Waldes für militärische Zwecke zu demonstrieren. Sie pflanzten damals eine Eiche, die jetzt zu einem stattlichen Baum geworden ist und mit ihrem Schatten die neue Bank beschirmt.

Karlheinz Otto berichtete den Kindern mit großen Bildern über die damalige erfolgreiche Aktion „Rettet den Seulingswald“.

Ablenkung auf dem Rückweg brachte die Geschichte vom „Hirsch Henri in der Badewanne“, die Christof Schranz gestenreich und spannend vortrug. Am Kathuser Schützenhaus angekommen, gab es für jedes Kind ein kostenloses Bratwürstchen und ein Getränk. Selbsterstellte Buttons gehörten zu begehrten Souvenirs.

Orden für jedes Kind

Christa Bernst zeichnete jedes Kind mit einem Wanderorden aus – da strahlten die Augen der Nachwuchswanderer. Als ein kleiner Junge fragte: „Wann machen wir die nächste Wanderung?“, leuchteten auch die Augen von Christa Bernst, denn damit war das Ziel der ersten Abenteuerwanderung voll erreicht. (rt)

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