Karnevalssitzung des TSV Sorga

Wenn Oscar lacht, ist bei den Särcher Narren Fasenacht

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Karneval in Sorga

Sorga. Man müsste sie erfinden, wenn Petra Schuster ihre in jeder Hinsicht irre „Eulalia“ nicht schon längst aus der Taufe gehoben hätte. Mit ihrem derben, sich immer wieder selbst auf die Schippe nehmenden Humor dominierten „beide“ einmal mehr die große Karnevalssitzung des TSV Sorga.

Drei Stunden lang gaben die Särcher Narren alles, um den ein bisschen an ein großes Filmstudio erinnernden Saal der Mehrzweckhalle zum Beben zu bringen. Ihr Motto: „Wenn in Hollywood der Oscar lacht, ist in Sorga Fasenacht!“

Einmal um die ganze Welt

Los ging’s mit dem Einmarsch der Hofgarde, des Hofrates und der Tollitäten und mit ersten, ausgefeilten Tänzen der in sattem Rot-Weiß daherkommenden Hofgarde. Die Akteurinnen des Solztalballetts absolvierten eine Art „Walk of Fame“ und tanzten „einmal um die ganze Welt“. Die einen zeigten sich als holländische Meisjes, die anderen zog es nach Moskau und Mexiko, und zu guter Letzt versüßte „Griechischer Wein“ den Weg ins Land der Hellenen.

Nachdem Sieglinde Wenzel als Walkerin zum Besten gegeben hatte, wie es ihr mit ihrer unablässig babbelnden Nachbarin Hertha erging, erfreute das „schillernde Sternchen“ Louisa Heinrich die Narhalla. Noch jung an Jahren begeisterte sie bei ihrer „Samstagspremiere“ als Funkenmariechen, wofür sie mit einer kräftigen Klatschrakete belohnt wurde. Ähnlich erging es den „Glatzköppen“, die zu den Klängen des Radetzky-Marsches in ein improvisiertes Schwimmbad einzogen, in dem sie Frei- und Schwimmübungen veranstalteten. Der Clou: Beim Tauchen stießen sie auf Badenixen, die sie stolz präsentierten. Reiner „Haggy“ Hagemann und Michael „Harry“ Herlitze, die in lockerer Manier durch den Abend führten, berichteten derweil aus Harrys jungem Eheleben.

Alpenländisch gaben sich sowohl die aus Oberhaun angereisten, unter dem Maibaum zu „Rock mi“ schuhplattlernden „Wendehälse“ als auch die „Särcher Hummeln“, die es in rot-weiß karierten Blusen und feschen Lederhosen krachen ließen. Laurenz Wenk sorgte mit seinem Saxophon für musikalische Genüsse, bevor Sieglinde Wenzel und Karl Schneider „unter der Dusche“ die bei Frauen und Männern erheblich voneinander abweichende Art und Weise des Sich-Waschens aufs Korn nahmen.

Ja, und dann kam die herrliche Eulalia, lautstark begrüßt vom ganzen Saal: „Oh, wie ist sie schön!“ Und doch geplagt von all ihren Pfunden, von Ehemann Jupp und von den moderierenden „Glitzerfröschen“, die es ihr nicht erlaubt hatten, ihr neues, sündhaft teures, blaues Negligee „mit nix drunner außer Haut“ vorzuführen: „Die wollten keine posttraumatischen Belastungsstörungen riskieren!“ Sohn Lukas und der ganze Saal waren begeistert. Anschlißende ließen sich alle verzücken vom famosen Zirkustanz der „Imperadas“ und vom Finale, ehe das „Duo Malibu“ das Kommando übernahm

Von Wilfried Apel

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