Wenn gut nicht gut genug ist und ein Ruinen-Angebot

Eine gute Nachricht ist in manchen Fällen eine Nachricht, die nicht gut genug ist. So waren die Zwischenbilanzen beim Kartenverkauf für die Bad Hersfelder Festspiele schon vor und auch während der laufenden Saison im Grunde erfreulich, wurden doch deutlich mehr Tickets abgesetzt als im vergangenen Jahr. Aktuell teilte die Festspielverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass die Einnahmen des Jahres 2013 diesmal schon anderthalb Wochen vor Ende der Spielzeit übertroffen wurden.

Dennoch ist zu befürchten, dass es auch 2014 ein Defizit in sechsstelliger Höhe geben wird. Wie ist das möglich, mögen sich jene fragen, die mit den Besonderheiten des Wirtschaftsplans der Festspiele nicht vertraut sind. Der fußt nämlich auf der Einnahmeseite vor allem auf einer Schätzung. Wieviele Karten voraussichtlich in der bevorstehenden Spielzeit verkauft werden, das legen Intendanz und Verwaltung bereits im Herbst des Vorjahres fest. Diese Zahl erklärt sich zum einen durch die Erfahrungen aus vergangenen Jahren, zum anderen aber auch aus einer Erwartungshaltung. Dieser Schätzung und den gesicherten Einnahmen – beispielsweise aus Zuschüssen – stehen auf der Gegenseite allerdings tatsächliche Ausgaben gegenüber.

Soll heißen: Während man auf der einen Seite hofft, dass genügend Geld in die Kasse kommt, ist es auf der anderen schon längst ausgegeben – der Großteil fürs künstlerische Personal. Weil die Stadtpolitik vor der laufenden Spielzeit den Festspiel-Etat noch einmal aufstocken musste und dies mit einer erwarteten Verbesserung beim Kartenverkauf „finanziert“ hat, tut sich nun die neuerliche Lücke auf: Gut war eben beim Ticketabsatz nicht gut genug.

Die Brandruine der ehemaligen Klosterschänke auf dem Johannesberg bei Bad Hersfeld treibt manchem Spaziergänger die Tränen in die Augen. Weder für einen Neuaufbau der historischen Gaststätte noch für eine Reaktivierung des schönen Biergartens gibt es irgendwelche Anzeichen. Jetzt steht das 7000 Quadratmeter große Areal sogar zum Verkauf. Im Internet wird das Grundstück für 290 000 Euro angeboten – laut Anzeige ideal zur Nutzung als Mehrfamilienhaus. Ob da die Bauverwaltung mitspielt? Wohl eher nicht.

Gerüchte ranken sich mal wieder um die umstrittene Ortsumgehung Hauneck. Manch einer munkelt, das Brückenbauwerk in Oberhaun – gerne auch Soda-Brücke genannt, weil sie so da rumsteht – sei bereits marode. Von Pfusch am Bau ist gar die Rede. Laut Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann, der stets bemüht ist, alle Interessen und Beteiligten zusammenzubringen, handelt es sich bei den jüngsten Arbeiten an dem Bauwerk aber lediglich um kleinere Ausbesserungsarbeiten im Rahmen der Gewährleistung.

Keinen Hehl macht der Bürgermeister allerdings daraus, dass die derzeit angedachte Lösung für die Auf- und Abfahrt zur B 27, die vor allem Unterhaun und Rotensee betrifft, nicht optimal ist. Spätestens im Herbst werde es wieder eine Infoveranstaltung geben. Eigentlich soll so eine Ortsumgehung ja Entlastung bringen, in diesem Fall hat man das Gefühl, sie ist allen ein Dorn im Auge. Oder sind die, die das Großprojekt begrüßen, einfach nur zu leise?

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