Im Feuerwehr-Konflikt von Kohlhausen droht die Auflösung der Einsatzabteilung

Wenn nicht, dann nicht

Kohlhausen. Im Bad Hersfelder Stadtteil Kohlhausen wird es möglicherweise schon bald keine Einsatzabteilung der Feuerwehr mehr geben. Fast ausnahmslos haben sich die Aktiven gegen den von der Stadt geplanten Umzug in ein neu zu bauendes Gerätehaus im Nachbarort Asbach ausgesprochen und wollen im Falle eines Falles ihren Dienst für die Allgemeinheit quittieren.

Bei Wehrführer Markus Zenker, seinem Stellvertreter Harald Glebe, Kassierer Dirk Glebe und Schriftführer Frank Wittich herrscht bittere Enttäuschung über den Umgang der Stadtpolitik mit ihrer Abteilung. Die Kohlhäuser Brandschützer vermissen eine angemessene Wertschätzung ihrer Arbeit, sie vermissen die Einbindung ihrer Abteilung in den Entscheidungsprozess und sie vermissen stichhaltige Argumente, die die Aufgabe ihres Standorts begründen. Dabei haben sie ihre Sichtweise schon im Mai 2012 in einem ausführlichen Schreiben an die politischen Gremien dargelegt.

Nicht teurer als in Asbach

Denn die mit einem neuen gemeinsamen Gerätehaus für Asbach, Beiershausen und Kohlhausen verbundene Hoffnung auf Einsparungen und Synergieeffekte sehen Zenker & Co. nicht. Der seit langem gewünschte Anbau von zwei Garagen an das Kohlhäuser Spritzenhaus käme ihrer Ansicht nach nicht teurer als der zusätzlich in Asbach erforderliche Raum. „Auch Kohlhausen könnte bezuschusst werden“, ist sich der Wehrführer sicher. Die von einem Architekten errechneten Kosten von 250 000 Euro hält er ohnehin für überzogen. Die Wehrmänner sind sich sicher, dass sie den Anbau mit Eigenleistungen für etwa die Hälfte erreichen könnten.

Dass das aus den 50er Jahren stammende Gebäude nicht mehr dem technischen Standard genügt, lassen sie ebenfalls nicht gelten. „Hier wurde nie etwas investiert“, sagt Frank Wittich. Markus Zenker fügt hinzu: „Für die Sportvereine wird alles gemacht.“ Und noch einmal Frank Wittich: Wir haben wahrscheinlich zu lange still gehalten, und dann wirste in den A... getreten.“

Sowohl mit ihrer prima Jugendarbeit wie mit dem eigens dafür angeschafften VW-Bus und dem Boot wollen sich die Kohlhäuser nicht vereinnahmen lassen. Auch fürchten sie, bei Einsätzen künftig nur noch hinterher zu schauen, wenn alles von Asbach ausgeht.

Enttäuscht sind Markus Zenker und seine Mitstreiter auch von der Feuerwehrspitze: Von der Mitgliedschaft des ehemaligen Stadtbrandinspektors Thomas Daube in ihrer Wehr haben sie genauso wenig profitiert wie von ihrer Zustimmung bei der Wahl von dessen Nachfolgerin Nadine Reinhardt.

Nicht um jeden Preis

Im Übrigen beruft sich die Wehr auf den im Rahmen der Gebietsreform von 1971 geschlossenen Vertrag mit der Stadt Bad Hersfeld, in dem die organisatorische Selbständigkeit des Kohlhäuser Löschzuges festgeschrieben wurde.

„Wir machen es ehrenamtlich und gern“, betont Markus Zenker, „aber nicht um jeden Preis.“ Und Dirk Glebe bekräftigt für den den Fall des Falles: „Dann hat es sich eben erledigt.“  Kommentar

Von Karl Schönholtz

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