Gesangverein 1983 Sorga und Chorleiter Wilhelm Möllney feierten zusammen

Wenn Lieder ertönen

Wilhelm Möllney und die Sängerinnen und Sänger des Gesangvereins Sorga verwöhnten ihr Publikum mit Gesang. Foto: Hettenhausen

Sorga. Seit 120 Jahren gibt es den Gesangverein Sorga und seit 30 Jahren wird dieser von Chorleiter Wilhelm Möllney geleitet. Zu einer Feier waren mehrere Chöre des Kreises und zahlreiche Gäste in die Mehrzweckhalle Sorga gekommen.

Das Programm zum Kommers war eine gelungene Mischung von ruhigen, beschwingten Liedern und einer humorigen, unterhaltsamen Moderation von Rolf Roth, der die Chronik des Vereins zusammengefasst hat. Margret Hofmann, die erste Vorsitzende des Sorgaer Vereins, begrüßte den Gesangverein Frohsinn 1885 Tann, den Gemischten Chor 1885 Unterhaun, den Shanty-Chor Unterhaun, den Männergesangverein 1892 Meckbach sowie den Hoechster Männerchor Bad Hersfeld. Sie alle trugen zum Programm mit einem Ständchen bei.

Von Roth erfuhren die Gäste etwas über den Werdegang des Vereins. „Der Gesangverein in Sorga wurde auf Anregung einiger sangeskundiger und sangesfreudiger junger Männer und Jünglinge im Winter 1893/94 von mir gegründet“, schrieb der Lehrer Jung aus Fulda am 18.10.1928 an den Chormeister Pollack in Sorga.

Protokollbuch seit 1928

Weil im April 1928 begonnen wurde, ein Protokollbuch des Vereins zu führen, kann dessen Werdegang bis zu diesen Aufführungen zurückverfolgt werden. Während des Zweiten Weltkrieges kam die Vereinstätigkeit zum Erliegen. Erst 1947 wurde wieder fröhlich gesungen und neben dem Männerchor ein Gemischter Chor ins Leben gerufen. Man beschloss offiziell, den traditionsreichen Gesangverein weiterzuführen und trat dem Allgemeinen Deutschen Sängerbund bei. Im Dezember 1965 verabschiedete man sich wehmütig von seinem langjährigen Vereinslokal, dem Gasthaus Daube, das einer Straßenverbreiterung weichen musste. Neuer Treffpunkt wurde das Lokal Heinrich Hess.

Feiern gehören zum Verein

Viele runde Geburtstage wurden gefeiert, viele gesellige Veranstaltungen wie die jährlichen Faschingsfeiern gehören seit jeher zum Vereinsalltag. Die Sorgaer Sängerinnen und Sänger haben sich immer gerne in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Ihre Auftritte in Gottesdiensten lobte der evangelische Gemeindepfarrer Christoph Biskamp. Stadtrat Hans-Georg Vierheller bedankte sich im Namen der Stadt für die bedeutende kulturelle Arbeit des Chores. „Wir brauchen die Gesangvereine, um Liedgut weiterzugeben, wir brauchen so engagierte Chorleiter wie Wilhelm Möllney“, sagte er.

Auch Ortsvorsteher Herbert Schmidt und der Vorsitzende des Hersfelder Sängerkreises, Heiko Wiegand, hoben den hohen Stellenwert des Chores hervor. Margret Hofmann ehrte neben Möllney Chormitglieder für ihre 60-, 65- und 67-jährige Vereinszugehörigkeit. Sie hatte die 119 Jahre alte Vereinsfahne mitgebracht. „Die aufgestickten Worte ‘Dem Wahren, Guten, Schönen soll unser Lied ertönen‘ werden als eine Verpflichtung bis in die Gegenwart hinein empfunden“, steht in der Vereinschronik. Den Festkommers beendete ein imposanter Auftritt aller Chöre.

Von Vera Hettenhausen

Kommentare