Weihnachtssingspiel in der Bad Hersfelder Stadtkirche zeigte untypische Begegnungen

Wenn Engel Menschen treffen

Wer soll die Botschaft von der Geburt Jesu Christi überbringen? Die Menschen einander, war die Erkenntnis beim Weihnachtssingspiel in der Bad Hersfelder Stadtkirche. Foto: Janßen

Bad Hersfeld. Weihnachten ist die Zeit der Engel, des Lichts und der Wunder unter den Menschen. Ganz deutlich vermittelten diese Botschaft am Nachmittag des vierten Advent die Kinder der Hersfelder Singschule in ihrem Weihnachtssingspiel, das dieses Mal den Titel „Von Engeln und Menschen“ trug.

Wer ist würdig, den Menschen die frohe Botschaft von der Geburt Jesu Christi zu überbringen? Über diese Frage brach in der Aufführung in der gut besetzten Stadtkirche ein heftiger Streit unter den Engeln aus. Am Ende wurde er mit der Erkenntnis beigelegt, dass sich angesichts der Größe des Ereignisses keiner der Engel in der Lage sah, als Nachrichtenübermittler zu agieren. Die Menschen müssten sich gegenseitig die Botschaft überbringen.

Von Pennern und Politikern

So kam es zu Begegnungen, die eher untypisch waren: Die reiche Frau mit den vielen Einkaufstüten traf den Penner, der unter der Fuldabrücke nächtigt, die resolute Bäuerin den handyplaudernden, äußerst wichtigen Politiker. Der hatte sich mit seinen Referenten Caspar, Melchior und Balthasar auf den Weg gemacht, um bei dieser Gelegenheit seine Machtposition zu festigen. Die Schülerin traf auf den Professor, der nur das glaubte, was tatsächlich mit Händen zu greifen war.

In witzigen Dialogen gelang es den Jugendlichen und erwachsenen Schauspielern, trotz des auf Gefühle angelegten Inhaltes jeglichen Anschein von Kitsch und billiger Rührseligkeit zu vermeiden. Raffiniert war auch die enge Verknüpfung zwischen der biblischen Weihnachtsgeschichte mit dem alt bekannten „Und es begab sich zu der Zeit...“ und dem modernen Singspiel-Text.

Eindrucksvolles Engagement

Besonders eindrucksvoll war das Engagement der jungen Sängerinnen und Sänger im Alter zwischen vier und zwölf Jahren, die sowohl bei der Verkörperung ihrer Rollen wie auch beim Singen mit Feuereifer dabei waren.

Gelungen war auch dieses Mal die Mischung von Liedern, die Stadtkirchenkantor Johannes Kleinjung für das Singspiel ausgesucht hatte. Alte und vertraute Weisen wie zum Beispiel „Vom Himmel hoch“ standen dabei neben modernen und schwungvollen Stücken, deren Umsetzung den Akteuren sichtlich Spaß bereitete.

Mit lang anhaltendem Applaus und einer kleinen Weihnachtsüberraschung für die Mitwirkenden endete das Singspiel, in dem Engel und Menschen bunt und trotzdem mit einem Hauch von Geheimnis durcheinander gewirbelt worden waren.

Von Ute Janßen

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