Modellprojekt „Trampolin“ hilft Kindern

Wenn die Eltern süchtig sind

Hersfeld-Rotenburg. „Trampolin“ heißt ein Gruppenangebot, das acht- bis zwölfjährigen Kindern aus suchtbelasteten Familien helfen soll, mit ihrem problematischen Alltag zurecht zu kommen. Die Kurse, die der Verein Drogenhilfe Nordhessen gemeinsam mit dem Jugendamt des Kreises anbietet, sind Teil eines Forschungsprojekts, das vom Bundesministerium für Gesundheit als Modell gefördert wird.

Bei „Trampolin“ lernen die Mädchen und Jungen, wie sie mit schwierigen Situationen in der Familie umgehen können, wo sie Hilfe finden und wie Alkohol und Drogen überhaupt wirken. „Sie erfahren, dass man Probleme lösen kann und dass sie selbst wertvoll sind und trotz der oft schwierigen Familiensituation eine Menge guter Eigenschaften und eben auch ganz persönliche Stärken haben“, sagt der Geschäftsführer der Drogenhilfe Nordhessen, Ralf Bartholmai.

Fünf bis acht Kinder

In jeder „Trampolin“-Gruppe treffen sich fünf bis acht Kinder. Die Gruppe kommt neunmal für jeweils 90 Minuten zusammen. Die Treffen finden in der Regel einmal wöchentlich statt. Jedes Mal geht es um ein anderes Thema. „Es wird viel gespielt, geredet und gelacht“, erklärt Projektleiterin Ute Ludwig von der Drogenhilfe. Auch die Eltern der Kinder werden einbezogen: Sie lernen, was für ihre Kinder wichtig ist und wo sie Hilfe erhalten können.

24 Standorte

Seit Frühjahr 2010 wird „Trampolin“ an zwei Dutzend Standorten in ganz Deutschland erprobt und wissenschaftlich untersucht. Zwei Professoren und ihre Teams haben das Forschungsprojekt entwickelt: Prof. Dr. Rainer Thomasius arbeitet für das Deutsche Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg, und Prof. Dr. Michael Klein ist am Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln tätig.

Interessierte Kinder, Eltern, oder Fachkräfte erhalten mehr Informationen zu einer möglichen Teilnahme an „Trampolin“ direkt bei Diplom-Sozialpädagogin Ute Ludwig, Telefon 0163/7300552 und unter www.projekt-trampolin.de. (red)

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