250 Dinge, die wir an der Region mögen (146): Das Schullandheim in Licherode

Wenn Bäume sprechen könnten

Licherode. Könnten Bäume sprechen, sie hätten viel zu erzählen. Über Jung und Alt, von Freud und Leid, aus vergangenen Tagen und neuen Zeiten. Auch die große Linde, die seit 800 Jahren auf dem Licheröder Dorfplatz emporragt, wüsste sicherlich einige Geschichten. Zum Beispiel die vom „Weberschen Hof“.

Als die ehemalige Hofreite Anfang der 90er-Jahre zu verfallen drohte, so würde die Linde erzählen, ließen die Bewohner des 170-Seelen-Dorfes in der Gemeinde Alheim genau das nämlich nicht zu. Gestützt durch finanzielle Hilfen, vor allem aus Förderprogrammen der Europäischen Union und dem Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen, wurden die denkmalgeschützten Gebäude restauriert – und zum allerersten „Ökologischen Schullandheim und Tagungshaus“ in ganz Deutschland umgestaltet.

Heute ist das Licheröder Schullandheim ein Ort, den in unserer Region nicht nur die Jüngsten mögen. In den Waldarealen, dem Labor und der Werkstatt oder auf dem Sinnespfad, der Steinbühne und der Streuobstwiese können auch Erwachsene noch etwas lernen. Seit 1994 hat das Haus, das bereits mehrfach von der UNESCO ausgezeichnet wurde, seine Türen für Schulklassen und Seminargruppen geöffnet. Pro Jahr sind etwa 3000 Schüler und 1000 Erwachsene zu Gast.

Gemeinsam mit Umweltpädagogen und jeder Menge anderer ehrenamtlicher Mitarbeiter haben diese in den vergangenen Jahren die Natur Nordhessens auf spielerische und vielfältige Weise entdeckt. „Den Wald mit allen Sinnen erleben“ steht beispielsweise bei Projektwochen oder Ferienfreizeiten auf dem Plan – genauso wie Solarbasteln, Teicherkundung oder Biolandbau.

Butter selbstgemacht

Auch das Buttermachen gehört zu den Dingen, die bei den Licheröder Besuchern ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala stehen. „Kindgerecht, bio, regional, saisonal“ lauten die Leitlinien der Küche. Dass in Ernährungs-Projektwochen dann nicht nur Gemüse geschnippelt wird, sondern auch Brötchen gebacken und Nudeln hergestellt werden, oder eben Butter gemacht wird, versteht sich von selbst.

Getragen wird das Umweltbildungszentrum – so die offizielle Bezeichnung – von einem gemeinnützigen Verein. Nach eigenen Angaben kommt dieser weitgehend ohne öffentliche Zuschüsse aus und arbeitet eng mit dem hessischen Kultusministerium zusammen.

Von Kristina Marth

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