271 Strafanzeigen im vergangenen Jahr – Tiefststand seit 2010

Weniger Langfinger in Waldhessens Läden

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Hersfeld-Rotenburg. Während die Zahl der Ladendiebstähle im vergangenen Jahr hessenweit gestiegen ist, ist sie im Landkreis Hersfeld-Rotenburg im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Insgesamt 271 solcher Taten hat die Polizei für das Jahr 2015 registriert – so wenig wie in den vergangenen fünf Jahren zuvor nicht. 2014 waren es noch 371 gewesen.

Dabei ist die Aufklärungsquote mit meist mehr als 90 Prozent sehr hoch, denn in der Regel werden die Täter bei Ladendiebstählen gleich „mitgeliefert“, wie Polizeipressesprecher Manfred Knoch bestätigt. Zum Beispiel von Ladendetektiven, Mitarbeitern oder aufmerksamen Zeugen.

Zunächst unbemerkte Diebstähle werden in der Regel nicht mehr angezeigt, die Dunkelziffer könnte somit auch höher sein.

Besonders häufig gestohlen wird laut Knoch in typischen Einzelhandelsgeschäften, auch in Discountern. „Gelegenheit macht Diebe“, sagt der Polizeisprecher. Häufig handele es sich um Diebesgut mit nur geringem Wert. Es seien aber auch schon komplette Einkaufswagen gestohlen worden.

Die Diebe sind Einzeltäter oder arbeiten in Gruppen, immer wieder mal kommen dabei auch Tricks wie präparierte Kleidungsstücke oder Taschen zum Einsatz. Von organisierter Kriminalität möchte Manfred Knoch jedoch nicht sprechen. Wenn ganze Diebesbanden auftreten, seien das zudem meist keine Täter aus der Region, sondern Diebe auf der Durchreise.

Für 2016 erwartet Knoch ähnliche Zahlen wie in den Jahren zuvor.

Die Händler im Landkreis scheinen ebenfalls gelassen zu bleiben. In der City Galerie in Bad Hersfeld kämen Ladendiebstähle eher sporadisch vor, teilt Manager Jörg Markert mit. Ähnlich sieht es im Einkaufszentrum „be!“ in Bebra aus. Für die ehrlichen Kunden sind die Diebstähle trotzdem ein Ärgernis.

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