Innungsobermeister sieht noch keine Probleme

Weniger Azubis, weniger Betriebe

Hersfeld-Rotenburg. Die Zahl der Bäcker-Azubis nimmt auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg ab, doch konkrete Nachwuchssorgen hat Innungs-Obermeister Wilfried Brandau (noch) nicht. Denn mit der Zahl der Nachwuchskräfte nehme eben leider auch die Zahl der Ausbildungsbetriebe im Bäckereihandwerk ab.

„Wir haben keine Probleme, aber die Lage ist angespannt“, fasst Brandau die Situation zusammen. „Früher gab es eher ein Überangebot, heute müssen die Betriebe sich schon bemühen und um Nachwuchs werben. Es ist aber durchaus möglich, alle Stellen zu besetzen.“

Derzeit gibt es im Kreis laut Brandau fünf oder sechs Bäcker-Azubis im ersten Lehrjahr. Der Abschlussjahrgang vor drei Jahren habe noch aus acht oder neun jungen Leuten bestanden. Mit etwa doppelt so vielen Azubis machten die Bäckereifachverkäufer und -verkäuferinnen den größeren Anteil an Azubis im Bäckereihandwerk aus. „Natürlich hätten wir gerne mehr Azubis, aber es gibt eben auch nicht mehr so viele Ausbildungsbetriebe wie früher“, erklärt Brandau. „Vor zehn Jahren waren es jeweils etwa doppelt so viele.“

Dies liege zum Einen an den Discountbäckern und dem Angebot von Bäckereiprodukten im Einzelhandel. Zum Anderen bildeten kleine, familiäre Betriebe auch nicht immer aus oder nicht jedes Jahr. Als Grund für die weniger werdenden Bewerber nennt der Obermeister die geringer werdende Anzahl an Jugendlichen im Ausbildungsalter allgemein. Zudem sei der Bäckerberuf mit Vorurteilen behaftet und für junge Menschen nicht sonderlich attraktiv. „Natürlich muss man früh aufstehen, aber man hat dann auch früh Feierabend“, so Brandau.

Der Bäckerberuf sei eigentlich sehr abwechslungsreich und interessant. Bewerber sollten das Kopfrechnen beherrschen, handwerklich geschickt sein und eine gute Auffassungsgabe haben. (nm)

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