Förderschüler verfälschen die Abgängerstatistik

Nur wenige ohne Hauptschulabschluss

Anita Hofmann

Hersfeld-Rotenburg. Schüler ohne Hauptschulabschluss - das ist in unserem Kreis ein geringeres Problem als anderswo. 5,8 Prozent des Jahrgangs erreichten laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung im Jahr 2008 keinen Abschluss.

Landesweit lag die Zahl bei sieben Prozent des Jahrgangs ohne Hauptschulabschluss.

Ein Blick in die Studie relativiert die Zahlen aber: In ihnen enthalten sind nämlich auch die Absolventen von Förderschulen. Deren Lernziel ist in der Regel aber nicht der Hauptschul-, sondern der Förderschulabschluss, wie Anita Hofmann, die Leiterin des Staatlichen Schulamts für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg und den Werra-Meißner-Kreis in Bebra, erläutert. Das werde sich vermutlich erst in den nächsten Jahren ändern, wenn das von der Europäischen Union gesetzte Ziel der Inklusion (wir berichteten) umgesetzt wird. Dann würden nämlich alle Schüler gemeinsam unterrichtet.

Auffällig ist auch, dass der Anteil der Schüler ohne Hauptschulabschluss im Jahr 2008 im Werra-Meißner-Kreis bei 8,5 Prozent lag. Die Zahlen schwankten von Jahr zu Jahr erheblich, so Hofmann, das Verhältnis könne sich schon im nächsten Jahr umkehren.

In den allgemeinbildenden weiterführenden Schulen liegt die Zahl der Abgänger ohne Abschluss zwischen null und fünf Schülern im Jahr, berichtet Hofmann. Es gebe dabei immer mal Ausreißer. Seit 2003 bemühe man sich besonders darum, dass alle Schüler einen Hauptschulabschluss bekommen. Das habe Wirkung gezeigt, sagt Hofmann, fügt aber hinzu: „Mir ist es immer noch zu viel.“

Der Einsatz der Pädagogen gerate aber in manchen Fällen an seine Grenzen, denn, so sagt die Schulamtsleiterin: „Lehrkräfte können keine Familientherapie ersetzen.“ (stk/ank)

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