DLRG klagt über schlechte Bedingungen im Landkreis

Zu wenige Kinder lernen schwimmen

Zurzeit geschlossen: Die Kleinschwimmhalle in Obersuhl steht für die Schwimmausbildung momentan nicht zur Verfügung. In den Sommerferien soll überprüft werden, ob es technisch möglich ist, sie doch schon bald wieder zu öffnen, sagt Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth. Bis dahin müssen Obersuhler Schüler weiterhin in das Fritz-Kunze-Bad nach Heringen ausweichen. Archivfoto: Michaelis

Hersfeld-Rotenburg. Die DLRG warnt davor, dass immer weniger Kinder schwimmen lernen. Und das sei zunehmend ein Problem, sagt Andreas Tamme von der DLRG-Ortsgruppe Bebra.

Nach einer DLRG-Studie kann die Hälfte der Mädchen und Jungen nach der Grundschule nicht mehr richtig schwimmen. Grund dafür sei unter anderem, dass die Zahl der Hallenbäder, die für die Schwimmausbildung genutzt werden können, begrenzt sei. „Da ist die Nachfrage deutlich größer als das Angebot“, berichtet Tamme. Deutschlandweit betrachtet sei diese Entwicklung alarmierend: Annähernd 25 Prozent aller deutschen Grundschulen könnten keinen Schwimmunterricht mehr anbieten, weil ihnen kein Bad zur Verfügung steht, habe die DLRG-Studie ergeben. „Badeunfälle lassen sich vermeiden, wenn die Schwimmer Grundregeln beherzigen“, sagt Tamme. Oberste Voraussetzung aber sei, dass die Betroffenen erst mal das Schwimmen gelernt haben. Die sich weiter verschlechternden Rahmenbedingungen für die Schwimmausbildung bereiten Tamme Sorgen.

Dass die Zahl der Nichtschwimmer zunimmt, bestätigt auch Renate Bosold-Adam, Schulsporträtin beim Staatlichen Schulamt in Bebra. Fehlende Bäder sind ihrer Einschätzung nach aber nicht der Grund für diese Entwicklung, denn „die Zahl der Hallenbäder, die für den Schulsport im Landkreis genutzt werden, hat sich in den vergangenen Jahren nicht verändert“. Beeinträchtigungen für die Schwimmausbildung habe es aber vielerorts wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten gegeben. „Zum Beispiel im Rotenburger Hallenbad oder bei der Sanierung des Heringer Bades hat das zu langfristigen Unterbrechungen geführt“, sagt die Schulsporträtin.

Jedes Bad, das wegen Sanierung ausfalle, bedeute erhebliche Einschnitte, sagt auch Tamme. Wenn zentral wichtige Einrichtungen wie der Obersberg wackeln sollten, sei die Not plötzlich sehr groß, prognostiziert er.

Hintergrund: Fünf Bäder für den Schulunterricht

Für den Schwimmunterricht stehen den Schulen im Landkreis zurzeit fünf Bäder zur Verfügung: In Bad Hersfeld das Hallenbad Aqua-Fit und das Schwimmbad der Modellschule Obersberg, in Heringen das Fritz-Kunze-Bad sowie in Rotenburg das Hallenbad des Studienzentrums der Finanzverwaltung und Justiz und das städtische Hallenbad, teilt Anja Csenar, Leiterin des Fachdienstes Immobilienmanagement mit Schulverwaltung, mit. Dazu zähle zudem die Kleinschwimmhalle in Obersuhl, die zurzeit aber geschlossen ist. Sie soll laut Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth aber möglichst bald wieder zur Verfügung stehen. In den Ferien werde überprüft, ob dies technisch möglich sei, sagt Wirth.

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Von Peter Gottbehüt

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