Hilary O’Neill begeistert mit irischen Liedern und Legenden in Bad Hersfeld

In die Welt der Magie

Hilary O’Neill zog ihr Publikum in den Bann. Sie erweckt die reiche keltische Kultur zu neuem Leben. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. „Deutsche Sprache ist schwere Sprache“, entschuldigt Hilary O’Neill einen kleinen Übersetzungsfehler. Die irische Sängerin und Harfenistin gastiert zum ersten Mal in Bad Hersfeld. In der Tradition der irischen Barden erzählt die Mezzosopranistin bei ihren Konzerten zwischen ihren in Englisch und Gälisch gesungenen Liedern begleitende Geschichten auf Deutsch. Mal in Form von reimender und rhythmischer Poesie, andere sind in Prosa gehalten.

Sie ist eine begnadete Erzählerin. Ausdrucksstark in Gestik und Mimik fesselt sie am Dienstag ihr zahlreich erschienenes, überwiegend weibliches Publikum im Konferenzraum der Stadthalle, das sich gern zu einer außergewöhnlichen musikalischen Reise in das Land der Feen, Kobolde, Zwerge, Riesen und jahrhundertalter Legenden einladen lässt.

Lachen und weinen

„Wir Iren sagen, man muss weinen und lachen können“. Das spiegelt sich auch in der Auswahl ihrer Lieder über die romantische Liebe, die in Irland „als eine Art Krankheit betrachtet wird“, über schwangere, nicht verheiratete irische Frauen, die als „recycelte Jungfrauen“ nach der Geburt des Kindes in die Heimat zurückkehren oder über den „Leprechaun“, ein Wesen aus der irischen Mythologie, wider. Er gehört zu den Naturgeistern, der oft mit dem Gold am Ende des Regenbogens in Verbindung gebracht wird und gemeinsam mit der Harfe zu den Wahrzeichen Irlands gehört.

Nur von ihrer keltischen Harfe begleitet singt Hilary O´Neill mit ihrer glasklaren, facettenreichen Altstimme ihre Lieder, die die Freunde der traditionellen irischen Musik und klassischen Musik begeistert beklatschen. „Eileen O’Grady“ und „The Last Rose of Summer“ garantieren zudem Gänsehaut, der bucklige „Humpety Pat“ erregt Mitleid und das gemeinsam gesungene „Guten Abend, gut’ Nacht“ ist geradezu „therapeutisch“. „Ich freue mich auf ein Wiedersehen, irgendwann, irgendwo“, verabschiedet sich die charmante und humorvolle Irin nach eineinhalb Stunden Hörgenuss von ihrem wohlig entspannten Publikum und sicher einigen neu gewonnenen Fans.

Von Gudrun Schmidl

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