Initiative „Hand in Hand“ plant in ehemaliger Kleiderkammer in Bad Hersfeld ein neues Projekt

Umsonst-Laden: Weitergeben statt einfach wegwerfen

Hand in Hand – Geben und Nehmen: In den Räumen des ehemaligen Buchcafés soll ein Umsonst-Laden entstehen. Vieles ist schon da aus der Zeit, als dort die Kleiderkammer für Flüchtlinge untergebracht war. Foto: nh

Bad Hersfeld. Aus der bisherigen Kleiderkammer für Geflüchtete soll ein Angebot für alle Menschen geschaffen werden. Eine Initiative, die aus dem Förderverein Kultur und Umweltbildung entstanden ist, plant dort die Einrichtung eines Umsonst-Ladens. Dort kann jeder Alltagsgegenstände und Kleidung, die vielleicht nicht mehr gefallen, aber noch gut genug sind, um weiter verwendet zu werden, tauschen. Jetzt fand ein erstes Vorbereitungstreffen statt.

Unter dem Titel „Hand in Hand – geben und nehmen“ soll die Idee nun konkretisiert werden. Kleiderständer, Tische, Regale und Sitzgelegenheiten, aber auch ein Grundstock an Kleidung und Gegenständen sind in den großzügigen Räumen bereits vorhanden. „Natürlich muss hier noch so einiges umgeräumt und sortiert werden“, erläutert Antonia Rösner, eine der ehrenamtlichen Initiatoren des Projekts, „doch schon bald können wir das Angebot der Öffentlichkeit zugänglich machen.“

Einige Monate lang dienten die Räume der Ausgabe von Kleidung, insbesondere für Menschen, die in der sogenannten „Notunterkunft“ im Bad Hersfelder Herkules-Markt untergebracht waren. Seit drei Monaten ist dies nicht mehr nötig.

Nichts verschwenden

Für Timo Schadt vom Förderverein erscheint die Zeit reif, „grundsätzliche Fragen des Konsums zu stellen und der Wegwerfgesellschaft alternative Modelle zu entgegnen“. Schließlich sei es wenig nachhaltig, Kleidung nur nach modischen Aspekten auszuwählen, die alsbald im Schrank oder Abfall verschwindet. Timo Schadt ist sich sicher: „Dieses Verhalten ist nicht nur ökologisch unvertretbar, da wertvolle Ressourcen sinnlos verschwendet werden, es geht auch zu Lasten von Menschen, die zu niedrigen Löhnen und bei übelsten Arbeitsbedingungen immer billiger Waren für die Überschussgesellschaft produzieren müssen.“

Hilfe willkommen

Interessierte können sich telefonisch bei Timo Schadt unter 06673-918463 oder per E-Mail (kontakt@taten-bank.de) melden. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.taten-bank.de. Wer keine Zeit hat, sich selbst zu engagieren, kann das Projekt mit einer Geldspende unterstützen: Spendenkonto des Fördervereins Kultur- & Umweltbildung e.V.: IBAN DE02 5325 0000 0000 0020 15, BIC: HELASDEF1HER bei der Sparkasse Bad Hersfeld - Rotenburg. (red)

Die neue Initiative setzt genau hier an und will Möglichkeiten zum Tauschen und Weiternutzen bieten. Das Konzept soll sogar ohne Geld funktionieren. Antonia Rösner meint: „Menschen können hier einfach nehmen, was sie brauchen und bringen, was sie nicht mehr benötigen. Wer mag und das Geld übrig hat, kann eine kleine Spende geben, denn natürlich entstehen auch hier Kosten.“ Die Initiatoren sehen sich nicht als Dienstleister, sondern setzen darauf, dass die Nutzer das Angebot mit tragen und gestalten. Überlegt wird zudem, an diesem Ort auch Möglichkeiten für die Reparatur von Kleingeräten zu schaffen. Unter den Anwesenden fanden sich sogleich handwerklich Begabte, die dabei mitmachen wollen.

Treffen am 1. Oktober

Am Samstag, 1. Oktober, trifft sich die Projektgruppe um 15 Uhr ein weiteres Mal, um die folgenden Schritte abzustimmen. Zwischenzeitlich laufen bereits mehrere Arbeitseinsätze, um Ordnung und Grundlagen für die Eröffnung zu schaffen.

Gesucht werden weitere Menschen, die sich bei „Hand in Hand – geben und nehmen“ engagieren und mit ihren Fähigkeiten ehrenamtlich einbringen wollen. „Ein wesentlicher Anspruch ist, dass alle Beteiligten gleichberechtigt sind, Einzelne nicht vorgeben, wie es läuft und andere dies umsetzen“, erläutert Timo Schadt. (red/zac)

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