Reisebus aus der Ukraine mit unplanmäßigem Halt in Bad Hersfeld

Weiterfahrt polizeilich verboten

Bad Hersfeld. Ein ukrainischer Reisebus geriet kürzlich in den Fokus einer Funkstreife der Polizeistation Bad Hersfeld. Wegen sehr lauter Motorengeräusche wurde der Bus auf der B 27 bei Bad Hersfeld angehalten und einer Kontrolle unterzogen. Der Bus war im grenzüberschreitenden Linienverkehr von Sverdlovsk in der Ukraine nach Karlsruhe unterwegs.

Schnell bemerkten die Beamten, dass bei dem mit elf Fahrgästen besetzten Bus noch mehr im Argen lag als nur ein überlauter Motor. Aus diesem Anlass wurden Polizeibeamte des Regionalen Verkehrsdienstes Hersfeld-Rotenburg hinzugezogen. Sie kontrollierten den Reisebus auf technische Mängel. Ein langer Riss in der Windschutzscheibe sowie ein Schmiermittel, welches sich von undichten Radlagern über die gesamte Bremsanlage und die Reifen der Vorderachse verteilte, waren nur der Anfang einer immer länger werdenden Mängelliste. An der Vorderachse waren beidseitig die Bremszylinder defekt und die Radnaben undicht. Die Bremsbeläge waren ebenfalls verschlissen und aus einer Kühlmittelleitung lief Kühlwasser aus. Damit erklärte sich auch der große vom Busfahrer mitgeführte Wasservorrat.

Öle und Fette auf den Bremsscheiben eines tonnenschweren Reisebusses können vom teilweisen Verlust der Bremsleistung bis zum Totalversagen der Bremsen führen. „Welche dramatischen Folgen dieser Umstand haben könnte, ist kaum auszudenken“, erklärte Polizeioberkommissar Michael Hofmann vom Regionalen Verkehrsdienst des Polizeipräsidiums Osthessen. Auch ein Riss in der Windschutzscheibe wird immer sehr kritisch betrachtet. Eine Beeinträchtigung im Sichtfeld des Fahrers kann ebenfalls schwere Unfälle verursachen. „Zudem ist die Windschutzscheibe bei vielen Busmodellen ein tragendes Bauteil“, erörterte Hofmann.

Nachdem der Reisebus bei einem Sachverständigen vorgestellt wurde, bewahrheitete sich dann die schlimmste Befürchtung der Fahrgäste. Die Weiterfahrt wurde polizeilich untersagt. Die Reparaturkosten werden sich auf mehrere tausend Euro belaufen. Da der außerplanmäßige Halt in Bad Hersfeld einige Tage dauern würde, organisierte ein Busunternehmer aus Karlsruhe ein Ersatzfahrzeug. Dieses brachte die geduldigen Reisegäste noch am gleichen Tag sicher zu ihrem Ziel in Karlsruhe.

Trotz der ungeplanten Verzögerung in Bad Hersfeld lobten die Reisegäste das konsequente Einschreiten der hiesigen Polizei zu ihrer Sicherheit. (red/kml)

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