Bürgerinitiative „Bahnstreckenausbau Niederaula-Bad Hersfeld“ informierte

Weiter als viele glauben?

Droht eine Schnellbahntrasse durch den Bad Hersfelder Kurpark? Die Bürgerinitiative Bahnstreckenausbau Niederaula-Bad Hersfeld informierte jetzt in Asbach. Sprecherin Gerda Pfahl zeigt alte Planunterlagen. Foto: Apel

Asbach. Zu viel Lärm um ein seit 2003 in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommenes und bis jetzt nicht verwirklichtes Projekt? Oder steht in absehbarer Zeit tatsächlich der Neu- und Ausbau der Eisenbahnstrecke Niederaula-Bad Hersfeld-Blankenheim an? Die „Bürgerinitiative Bahnstreckenausbau Niederaula-Bad Hersfeld“, der inzwischen rund 400 Unterschriften gegen denselben vorliegen, sah Handlungsbedarf und lud zu einer Informationsveranstaltung nach Asbach ein.

„Wir jagen keinen Gespenstern hinterher!“, erklärte Hans-Georg Vierheller, stellvertretender Sprecher der Bürgerinitiative und Stadtrat aus Asbach. Er verwies auf Schreiben des Bundesverkehrsministeriums und des Hessischen Wirtschaftsministeriums an Bürgermeister Thomas Fehling, in denen die Ausbaupläne – ohne dass konkrete Zeitleisten genannt werden – bestätigt werden. Ähnlich habe sich ihm gegenüber ein Informant aus dem Eisenbahnbundesamt geäußert.

Eindeutige Zeichen

Die Neuverlegung von zwei Gleisen im Niederaulaer Bahnhof und die mit einem 35 Meter breiten Durchlass ausreichend groß dimensionierte Planung des Neubaus der in der Nähe von Schloss Eichhof über die bestehende Eisenbahnstrecke und die B 62 führenden Autobahnbrücke seien eindeutige Zeichen dafür, „dass da Leute dransitzen, etwas machen, uns aber keine Informationen geben“, so Vierheller. Darüber hinaus liege eine „Umweltrisikoeinschätzung für die Schienenausbaustrecke Fulda-Erfurt über Niederaula“ vor.

Gerda Pfahl, die Sprecherin der Bürgerinitiative (BI), verwies darauf, dass man sich rechtzeitig einmischen und Alternativvorschläge unterbreiten müsse – auch wenn es noch keine konkreten Planungen gebe: „Bei der BI gegen die Schnellbahntrasse Hannover-Würzburg war es irgendwann zu spät!“ Pfahl machte sich für die Ertüchtigung der alten Nord-Süd-Strecke durch das Haunetal stark, betonte jedoch, dass „die gesamte Region“ an einem Strang ziehen und überlegen müsse, was sie wolle: „Gegen schnelleres Fahren nach Fulda und Erfurt kann niemand etwas haben!“

Strecke gilt als überlastet

Dass es pressiere, ergebe sich auch daraus, dass die alte Nord-Süd-Strecke Teil des zweitwichtigsten „Seehafen-Hinterland-Verkehrskorridors“ durch Deutschland sei, und dass diese mit einem Sofortprogramm optimierte Güterverkehrsstrecke schon jetzt als überlastet gelte. „Da braut sich was zusammen, da sollen Verkehre neu geordnet werden, und deshalb müssen wir agieren und informieren“, so die ehemalige Erste Beigeordnete des Kreises Limburg-Weilburg.

Von Wilfried Apel

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