250 Dinge (116): Die Giegenberghütte bei Friedlos

Weiter Blick ins Land

Die Giegenberghütte bietet nicht nur einen tollen Aussichtspunkt, sondern auch viel Platz für Feiermöglichkeiten. Foto: Manns

friedlos. Bei klarer Sicht und blauem Himmel kann man vom Giegenberg oberhalb von Friedlos den Soisbergturm bei Schenklengsfeld sehen und bis zum Gut Oberrode ins Solztal blicken. Weiter streift der Blick über den Seulingswald bis zu den Windrädern bei Friedewald und nach links über den Hühnerberg zu den Ludwigsauer Ortsteilen Mecklar und Reilos bis zu den Windrädern bei Bebra-Solz.

Am Rand des Weges zur Schutzhütte stehen Bänke, von denen aus man die Aussicht genießen kann. Etwas weiter zurück am Waldrand liegt die im Jahr 1969 errichtete Schutzhütte, die in den Sommermonaten von den Ludwigsauern sehr gern zum Feiern genutzt wird. Die Friedloser Vereine bewirtschaften im jährlichen Wechsel am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, die Hütte und sie dient vielen Maiwanderern zur Rast und als Ausflugsziel.

Die Freiwillige Feuerwehr Friedlos richtet schon seit der Erbauung der Hütte das traditionelle Himmelfahrtsfest mit Gottesdienst im Freien aus. Auch hier ist die Hütte ganztägig bewirtschaftet und es kommen viele Wanderer und legen eine Rast ein.

Verwaltet wird die Schützhütte vom Ortsbeirat Friedlos, der sie nach jeder Veranstaltung auf Sauberkeit und Ordnung überprüft.

Nicht in Vergessenheit geraten darf dabei ein Ereignis, als das Stromkabel den steilen Berghang am 18. und 25. Oktober 1969 von den Friedloser Vereinen im Hand und Spanndienst verlegt werden sollte. Der damalige Friedloser Bauunternehmer Wilhelm Vollmer, der sich sehr für den Bau der Hütte und die damit verbundenen Arbeiten engagiert hatte, stand am ersten Tag mit den Vereinsvorsitzenden alleine auf weiter Flur und alle warteten darauf, dass noch ein paar Helfer kommen.

Als nach einiger Zeit keiner mehr kam, schickte der damalige Ortsbrandmeister Walter Böttner einen Helfer zum Gerätehaus in der Lutherstraße mit dem Satz: „Jung, du läufst jetzt schnell zum Spritzenhaus und drückst die Sirene und alle die kommen schickst du zur Übung an der Schutzhütte auf den Giegenberg“.

Arbeitseinsatz mit Sirene

Und tatsächlich, nach dem die Sirene geheult hatte, waren circa 35 Männer am „Einsatzort“, jeder bekam eine Schippe und Hacke in die Hand gedrückt, der 210 Meter lange Graben wurde ausgehoben, das Erdkabel verlegt und der Graben wieder verfüllt. Wie schrieb der damalige Bürgermeister Wilfried Blum, „Der „Aufruf“ am Samstag hat gewirkt, die vier Freiwilligen vom Vormittag konnten weitere 35 Vereinskameraden begrüßen“.

Dies alles, und auch die Geschichte der Friedloser Feuerwehr, hat der ehemalige Schriftführer der Feuerwehr Friedlos, Hans Hahn in der Vereinschronik in Schrift und Bild festgehalten.

Hahn bekleidete dieses Amt 37 Jahre, in der Zeit von 1953 bis 1990 und hat damit eine wertvolle Dokumentation für die Nachwelt hinterlassen.

Von Gerhard Manns

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