Vor Verlängerung: Kaliabwässer in der Werra

Weiter mit 2500mg?

Kassel/Hersfeld-Rotenburg. Wie geht es weiter mit der Einleitung von Kali-Abwässern in die Werra, wenn morgen die alte Genehmigung endet? Mit einiger Sicherheit erstmal weiter wie bisher, sagen Insider aus hessischen Behörden. Es spricht einiges dafür, dass der seit 1942 gültige Chlorid-Grenzwert von 2500 mg pro Liter Flusswasser am Pegel Gerstungen verlängert wird. Ob bis Ende 2021, wie von K+S beantragt, steht auf einem anderen Blatt.

Bevor der Kasseler Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke am Freitag Details öffentlich macht, informiert er heute in nichtöffentlicher Sitzung Mitglieder des Umweltausschusses im Hessischen Landtag über Eckpunkte der neuen Genehmigung.

K+S hatte mit dem 360-Millionen-Paket zur Abwasserreduzierung schon 2008 zwar einen Chloridwert von nur noch 1700 mg/l ins Spiel gebracht. Dies war aber an den Weiterbetrieb der Versenkung geknüpft. Diesem zweiten Entsorgungspfad gibt das Land wegen des Risikos für Grund- und Trinkwasser aber keine großen Chancen. Die vor einem Jahr verlängerte Versenkerlaubnis endet 2015.

Dann bliebe nach heutigem Stand – ohne Produktionseinschränkung oder ganz neue Wege – allein die Werra. Die vom runden Tisch als Lösung aller Entsorgungsprobleme favorisierte Nordsee-Pipeline sehen Fachleute nicht vor 2020. Die Verlängerung der Werra-Einleitung mit Auflagen zum Fernleitungsbau zu koppeln, „ist juristisch nicht möglich“, hieß es beim RP. (wrk)

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