Hochrisiko-Frühchen dürfen nur in Spezialzentren versorgt werden

Weite Wege für Mamas von Frühgeborenen

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Sichtlich wohl fühlt sich der kleine Alexander, der mit einem Gewicht von 1660 Gramm geboren wurde, im Arm von Schwester Sibylle Peters, die ihn auf der Neugeborenen-Intensivstation des Klinikums Bad Hersfeld versorgt.

Hersfeld-Rotenburg. Weite Wege drohen Frauen aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg, deren Babys weit vor der Zeit auf die Welt kommen. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenhäusern und Kassen (G-BA) hat beschlossen, dass Frühgeborene mit einem Gewicht unter 1250 Gramm nur noch in größeren Zentren versorgt werden dürfen, in Kliniken, die mindestens 30 dieser sehr leichten Frühchen pro Jahr behandeln.

In Hessen würden dann vermutlich nur vier Perinatalzentren übrigbleiben, heißt es in einem Rundschreiben der Hessischen Krankenhausgesellschaft. Das Klinikum Fulda verfehlt diese Zahlen knapp.

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gibt es schon seit einigen Jahren kein so genanntes Perinatalzentrum des Levels 1 für die kleinsten Frühchen mehr. Auch Mütter, die Drillinge erwarten, müssen seit 2008 zur Geburt in ein größeres Krankenhaus gehen.

Mit Erfolg werden jedoch im Klinikum Bad Hersfeld, das über ein Perinatalzentrum Level 2 verfügt, Frühgeborene, die ab der 29. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, auf der Säuglingsintensivstation versorgt und hochgepäppelt. 13 bis 15 Frühchen werden hier im Schnitt pro Jahr versorgt.

Diese Station sei derzeit auch nicht in Gefahr, versichern Geschäftsführer Martin Ködding und die Oberärztin und Neonatologin Dr. Sylvia Spieler. Für den Level 2 gibt es seit einigen Monaten keine Mindestmengenvorgaben mehr. Andere Voraussetzungen, wie zum Beispiel die Verfügbarkeit eines Kinderchirurgen oder einen Herzspezialisten für Kinder würden durch die Zusammenarbeit mit Kliniken in Kassel und Fulda erfüllt, erklärt Dr. Spieler.

Betroffen reagiert sie jedoch auf das möglicherweise drohende Ende für die Fuldaer Frühchenstation. Unter anderem, weil gerade die kleinsten Frühgeborenen dort überdurchschnittlich erfolgreich behandelt wurden. „Die Menge sollte nicht das allein entscheidende Kriterium sein, sondern auch die Qualität“, sagt deshalb auch Martin Ködding. Zum Tage

Von Christine Zacharias

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