Weihnachts-Stress und gute Nikolaus-Nachrichten

Kai A. Struthoff

Von wegen besinnliche Vorweihnachtszeit. Ich finde die Wochen vor dem Fest immer furchtbar stressig. Es scheint so, als wollten alle das nachholen, was sie im ganzen Jahr zuvor versäumt haben. Dazu kommen dann noch unzählige Weihnachtsfeiern und das große Geschenke-Shoppen. Wenigstens haben wir dafür in Bad Hersfeld ein so breites Angebot und auch schöne kleine Läden, dass selbst eher einfallslose Schenker – so wie ich – etwas Schönes finden.

Auch politisch geht es mit Volldampf bis zum Fest. Alle Gemeindeparlamente tagen noch vor Weihnachten, und am Montag steht im Kreistag unter anderem die Haushaltsdebatte auf der Tagesordnung. Vielleicht erfährt dort die geneigte Öffentlichkeit dann auch endlich etwas mehr über die Klinikfusions-Verhandlungen, denn die bisherigen Verlautbarungen waren ja doch eher dürftig.

Eine andere Nachricht aus dem Bad Hersfelder Klinikum dürfte viele Patienten freuen. Der überaus beliebte und hoch-kompetente langjährige Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin, Dr. Peter-Josef Majunke, kehrt zurück – wenigstens vorübergehend.

Damit wird schnell die Vakanz nach dem Ausscheiden von Prof. Stefan Frühauf geschlossen. Gut für die Patienten. Die Tatsache, dass ein Arzt aus dem wohlverdienten Ruhestand zurückgeholt wird, zeigt allerdings auch, wie schwierig es angesichts des Ärztemangels ist, qualifizierte Mediziner anzuwerben.

Ich hatte unlängst, dank einer netten Einladung der Bad Hersfelder CDU-Fraktion, Gelegenheit an einem Hintergrundgespräch mit dem neuen Intendanten Dieter Wedel teilzunehmen. Wie schon bei unseren früheren Begegnungen fand ich auch diesmal wieder, dass seine Pläne und Vorstellungen Hand und Fuß haben. Das sture Festhalten an Traditionen, nur „weil wir das schon immer so gemacht haben“, kann die Festspiele nicht voranbringen. Wer Wedel zuhört, wird schnell davon überzeugt sein.

Am besten hat mir aber sein Satz: „Ich bin bekannter als die Festspiele“ gefallen. Tatsächlich kann Wedel den Festspielen womöglich mehr nutzen, wenn er gar nicht in der Stadt, sondern auf Galas oder im Fernsehen ist.

Wenn ein externes Förderprogramm zur energetischen Modernisierung von Wohnungen nach einem Sanierungsmanager verlangt, dann muss die Stadt Bad Hersfeld nicht zwangsläufig einen neuen Mitarbeiter einstellen. Stattdessen – so der kühne Plan – wird der Klimaschutzbeauftragte Guido Spohr diesen Hut ab- und den neuen aufsetzen.

Mit dem willkommenen Nebeneffekt, dass sein Salär dann für eine gewisse Zeit nicht aus dem städtischen Haushalt bezahlt werden muss. Im Bauausschuss wurde diese Aussicht mit freundlicher Zustimmung zur Kenntnis genommen.

Das ist ja mal eine nette Nachricht zum Nikolaustag. In diesem Sinne lassen Sie sich heute etwas Schönes in die Schuhe schieben. Vielleicht bringt ja das Wochenende etwas Besinnung im Vorweihnachts-Stress.

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