Kirchenkreise Rotenburg und Hersfeld wollen in fünf Jahren als Einheit auftreten

Weichen für Fusion gestellt

Entscheidung ohne Gegenstimmen: Die Synodalen des Kirchenkreises Hersfeld stimmten über die Pläne für eine Fusion ab. Foto: Apel

Bebra/Bad Hersfeld. Einstimmig haben die Mitglieder der Kreissynoden der eangelischen Kirchenkreise Rotenburg und Hersfeld bei ihren Frühjahrstreffen in Bebra und Bad Hersfeld die Weichen für eine Fusion der Kirchenkreise gestellt. Die Vorstände erhielten den Auftrag, anzustreben, dass sich die beiden Kirchengebietsverbände zum 1. Januar 2020 zusammenschließen. Die endgültige Entscheidung fällt aber erst später.

Damit die Synodalen zu gegebener Zeit sachgerecht über die Modalitäten der Fusion entscheiden können, sollen die Leitungsgremien den Kirchenparlamentariern innerhalb eines Jahres einen „Fahrplan vorlegen, der über Inhalte und zukünftige Arbeitsformen Auskunft gibt“.

Einen ersten Anstoß zu den Fusionsüberlegungen hatte der inzwischen beschlossene Umzug des Bad Hersfelder Kirchenkreisamts in das Dekanatsgebäude an der Stadtkirche gegeben.

Vorgaben der Landeskirche

Hauptgrund ist jedoch die Vorgabe der Landeskirche, dass Kirchenkreise in etwa zwei Jahren 25 bis 40 Pfarrstellen haben sollen. Das hoben sowohl Dekanin Gisela Strohriegl als auch der seit einem Jahr amtierende Hersfelder Dekan Dr. Frank Hofmann vor der Beschlussfassung hervor. Nach aktuellen Hochrechnungen werde das in den vergleichsweise großen Einheiten Rotenburg und Hersfeld 2017 noch nicht der Fall sein.

Entscheidung 2019

Für diesen Zeitpunkt prognostiziert das Landeskirchenamt für beide Kirchenkreise insgesamt 43,5 Pfarrstellen. Da jedoch insbesondere vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung von einem weiteren Rückgang der Kirchenmitgliederzahlen ausgegangen werden müsse, habe man den 1. Januar 2020 als Stichtag für eine Fusion ins Auge gefasst.

Ein Grund dafür ist auch, dass sich zu diesem Termin auch neue Kirchenvorstände und Kreissynoden konstituieren. Der Rotenburger Präses Reinhard Kerst betonte, dass mit den gleichlautenden Synodenbeschlüssen ein Prozess in Gang gesetzt werden solle. Endgültig werde über die Fusion erst nach Festlegung der Modalitäten und Erarbeitung einer von beiden Kirchenkreisen zu beschließenden Vereinigungssatzung entschieden – voraussichtlich im Frühjahr 2019.

Pröpstin Sabine Kropf-Brandau, die dem Rat der Landeskirche angehört, begrüßte die Initiative der Kirchenkreisvorstände. Sie zeigte sich überzeugt davon, „dass die Dinge nicht nur kleiner, sondern auch reicher und lebendiger werden.“

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