400 Plätze weniger aus Sicherheitsgründen – Pause in den Stücken

Wedel will Ablauf der Festspiele umkrempeln

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Andratx/Bad Hersfeld. Der neue Intendant der Bad Hersfelder Festspiele plant in seinem ersten Jahr einschneidende Veränderungen. Dieter Wedel will den Ablauf des Festivals umkrempeln und die Zahl der Sitzplätze in der Ruine deutlich reduzieren. Hintergrund sind massive Sicherheitsbedenken des Theatermachers und seiner Berater.

Das erklärte Wedel exklusiv gegenüber der HZ bei einem Gespräch in seiner mallorquinischen Wahlheimat. Die Tribüne, die bisher 1600 Zuschauer fasst, entspricht seit Jahren nicht mehr den Sicherheitsvorschriften, genießt aber Bestandsschutz. Es fehlen Ausgänge und Fluchtwege. „Man kann diese Tribüne doch nicht nur aus Gewohnheitsrecht behalten“, sagt Wedel, „was ist, wenn tatsächlich etwas passiert?“

Deshalb hat er den Magistrat gebeten, eine neue Tribüne mit nur noch 1200 Plätzen zu bewilligen. Das Gremium hat am Montag darüber beraten, aber noch keine Entscheidung gefällt. Für Wedel ist das eine zentrale Forderung, um die Festspiele modernen Gegebenheiten anzupassen: „Die Theaterwelt hat sich verändert.“

Neben dem Sicherheitsaspekt geht es dem 72-Jährigen auch um die Bequemlichkeit der Zuschauer. Sie sollen mehr Beinfreiheit und eine bessere Sicht haben. Außerdem will er längere Stücke unterbrechen: „Es gibt Menschen, die nicht mehr in die Festspiele gehen, weil sie zwischendrin nicht austreten können.“ Pausen waren bisher auch wegen der nur zwei Ausgänge nicht möglich.

Eine weitere Veränderung betrifft den Spielplan: Die Spielzeit 2015 dauert zwar wie gehabt von Anfang Juni bis Anfang August. Doch die Stücke sollen nicht mehr täglich wechseln, sondern in Blöcken aufgeführt werden. Das soll Geld sparen: Das Bühnenbild muss seltener umgebaut werden, die Schauspielerverträge haben eine kürzere Laufzeit. Zusätzlich soll ein Stück im Park des Stiftsbezirks gespielt werden. Den Spielplan will Wedel am 28. November vorstellen.

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Von Marcus Janz

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