Erste Überlegungen vorgestellt

Neuer Intendant Dieter Wedel kündigt Neustart für die Hersfelder Festspiele an

Bad Hersfeld. Dieter Wedel, der neue Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, hat einen Neustart für das renommierte Theaterfestival angekündigt. Bei einer Pressekonferenz plädierte der 71-Jährige am Freitag für ein Ende des politischen Streits um die Festspiele und äußerte die Hoffnung, sein Vorgänger Holk Freytag werde in der kommenden Spielzeit eine Inszenierung übernehmen.

Beide treffen sich am Samstag zum Gespräch.

Mit einem Spielplan für 2015 konnte Wedel gestern noch nicht aufwarten. Diesen stellte er für Mitte November in Aussicht. Dann soll mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft auch der Kartenvorverkauf beginnen. Die Rede ist allerdings von einer „verkürzten Spielzeit“ mit einem Musical und einem „großen Stück“.

Vor zahlreichen Medienvertretern berichtete Wedel von Überlegungen, die Festspiele künftig als gemeinnützige GmbH zu führen (siehe Bericht rechts). „Die Festspiele müssen aus dem politischen Gezerre heraus“, sagte Wedel, der die permanenten Streitigkeiten zwischen den jeweiligen Intendanten und verschiedenen Bürgermeistern als „Fehler im System“ bezeichnete. „Es muss um Stücke und Inhalte gehen, nicht darum, wer mit wem streitet. Sonst sind die Festspiele wirklich in Gefahr“, sagte Wedel.

Hier geht's zum Minutenprotokoll von Wedels Vorstellung.

Die von Bürgermeister Thomas Fehling gewünschte Aufgabenteilung zwischen einem künstlerisch verantwortlichen Intendanten und einem noch zu benennenden gleichberechtigten kaufmännischen Leiter hieß Wedel gut. Beide Seiten müssten dann um das Beste für die Festspiele kämpfen.

Befürchtungen, der künstlerische Anspruch an die Festspiele könne nun einem Event-Charakter zum Opfer fallen, widersprach der neue Intendant heftig. „Open Air ist immer Event, und Event schließt ernsthaftes Theater nicht aus“, sagte Wedel.

Von Karl Schönholtz

Dieter Wedel stellt sich in Bad Hersfeld vor

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