Wasserpreise und Wikipedia

Viele Grüße aus Bad Salzungen nach Bad Hersfeld an die Leser der HZ. Gute Nachrichten gab es vom Wasser- und Abwasserverband Bad Salzungen: Die Wasser- und Abwassergebühren sollen dieses Jahr konstant bleiben. Die einzige Unbekannte in der Kalkulation bleibt jedoch der Wasser-Cent, den die rot-rot-grüne Thüringer Landesregierung gerne erheben möchte. Sollte die Regierung diesen Plan umsetzen, müsste der Verband hierfür voraussichtlich insgesamt 390 000 Euro pro Jahr zahlen, das wären 14 Cent pro Kubikmeter Wasser.

In der Kalkulation des Verbandes ist diese Gebühr noch nicht enthalten, weil die Einführung umstritten und die Höhe der Abgabe auch noch nicht verbindlich festgelegt ist. Sollte es zur Erhebung des Wasser-Cents kommen, ist damit zu rechnen, dass diese Gebührenerhöhung an die Verbraucher weitergereicht wird.

So ändern sich die Zeiten: Als vor ein paar Jahren Thüringer Bürger gegen überhöhte Kommunalabgaben protestierten, wobei es besonders um Beiträge und Gebühren aus den Bereichen Wasser und Abwasser ging, waren einige (auch prominente) Mitglieder heutiger Regierungsparteien in erster Reihe mit dabei.

Manch markige Rede wurde damals gehalten, und das dürfte wohl auch den einen oder anderen Wähler beeinflusst haben. Kaum war der Wechsel aus der Opposition in die Regierung gelungen, scheint dies in Vergessenheit geraten zu sein. Man darf gespannt sein, wie die Diskussion ausgeht, welche mit Sicherheit in diesem Jahr fortgesetzt wird, und welche Mehrbelastung auf die Bürger zukommt.

Vor 15 Jahren ging die Online-Enzyklopädie Wikipedia an den Start. Die weltweit größte, kostenfreie Wissensdatenbank wurde bislang allein mit knapp 1,9 Millionen Artikeln in deutscher Sprache bestückt. Die Rhön hat eine eigene Online-Enzyklopädie, das Rhön-Lexikon, welches nur wenige Jahre jünger ist als das weltweite Vorbild. Im Jahr 2002 hatte die länderübergreifende Arbeitsgemeinschaft ARGE Rhön das Projekt auf den Weg gebracht, und mit Hilfe von Fördermitteln wurde es realisiert.

Das Geld ist längst aufgebraucht, das Projektteam aufgelöst. Das Rhön-Lexikon steht zwar noch im Netz und wird notdürftig in ehrenamtlicher Arbeit betreut, doch müsste die Datenbank dringend überarbeitet werden, weil einige Angaben nicht mehr aktuell bzw. fehlerhaft sind. Derzeit wird das Tourismus-Marketing in der Rhön neu und länderübergreifend strukturiert.

Nun gibt es die Idee, hierbei auch die Baustelle Rhön-Lexikon mit in Angriff zu nehmen. Es könnte zum Beispiel an den Internet-Auftritt Rhoen.de angegliedert und somit auch wieder regelmäßig gepflegt werden.

stefan.sachs@stz-online.de

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