Zwei Projekttage in der Martinskirche bereiteten auf den Weltgebetstag vor

Wie Wasser in der Wüste

Die Angebote aus Ägypten am Tisch des Eine-Welt-Ladens stießen auf großes Interesse bei den Teilnehmern der Weltgebetstagsseminare in der Martinskirche. Fotos: Hettenhausen

Bad Hersfeld. Frauen aller Konfessionen laden für Freitag, 7. März, zu gemeinsamen Gottesdiensten anlässlich des Weltgebetstages (WGT) ein. Um sich auf die Liturgie hierfür vorzubereiten, nahmen etwa 120 Frauen aus den Gemeinden der Region an zwei Studiennachmittagen in der Martinskirche im Schlippental teil.

Veranstalter war die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Pfarrerin Gloria Dück, Sprengelbeauftragte für Frauenarbeit, begrüßte jeweils mit „Salam aleikum“, denn die WGT-Ordnung wurde von Frauen aus Ägypten mit der Losung „Wasserströme in der Wüste“ zusammengestellt. Dück referierte zunächst über das Anliegen der Frauen und die Bedeutung der Losung. Frieden und Gerechtigkeit sollen sich Bahn brechen wie die Wasserströme des Nils in der Wüste. Als die ägyptischen Frauen 2011 begannen, die Liturgie zu erarbeiten, nahm die sogenannte Arabellion auf dem Tahrir-Platz in Kairo ihren Anfang. So konnte die Hoffnung auf einen politischen Aufbruch mit eingearbeitet werden, die Rückschläge und das politische Klima seit der Fertigstellung im Herbst 2012 allerdings nicht mehr. „Die politische Situation ist so ungewiss wie nie zuvor und uns ein Ansporn, uns besonders intensiv im Glauben und im Handeln mit den ägyptischen Schwestern und Brüdern zu solidarisieren“, sagte Dück.

Gesellschaft gestalten

Das Deutsche WGT-Komitee setze mit seiner Arbeit Akzente, damit Frauen die Möglichkeit erhalten, ihr Leben und die Gesellschaft in wirtschaftlicher, politischer, sozialer und kultureller Hinsicht gleichberechtigt mitzugestalten. Die WGT-Ordnung soll mit Liedern, Texten, Gebeten und Berichten in Bewegung bringen. Wie das aussehen könnte, zeigten Dück, Pfarrerin Tanja Griesel (Referat Erwachsenenbildung Kassel), Referentin Renate Ehmer und die Klavierspielerin Irene Lochner. Dück und Ehmer breiteten ein circa 10 Meter langes, blaues Tuch an den Stuhlreihen entlang in der Martinskirche symbolisch für den Nil aus.Der Gang durch die Ordnung wurde dann mit dem Lauf des Flusses von Griesel dargestellt und verglichen. Bewegung brachte Lochner mit den schwungvollen Liedern der empfohlenen Liturgie, die zum Singen und Klatschen animieren, in die Teilnehmerrunde. Regenstäbe als Musikinstrumente wanderten durch die Reihen. Ehmer stellte ausführlich Land und Leute vor. Zum Thema „Ägypten“ hatte Elisabeth Böttcher passend landestypische Köstlichkeiten für die Pause zubereitet. Weitere fleißige Helferinnen waren Holde Göbel und Marianne Bierschenk von der Martinskirche. An bunten Tischen vom Eine-Welt-Laden gab es unter anderem ägyptische Glasbläserarbeiten, Schmuck, Zimbeln und Tücher. Wie der Nil am Ende ins Meer fließt und viele andere Länder erreicht, so soll auch der Weltgebetstag mit seinen Anliegen und Inhalten, sollen Frieden und Gerechtigkeit sich weltweit verbreiten. „Was für eine erfrischende und erquickende Vorstellung“, schloss Dück ihren Vortrag.

Von Vera Hettenhausen

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