Treibstoff aus ARAL-Großtankstelle in Bad Hersfeld legte Personenwagen lahm

Wasser im Winterdiesel

Bitte anderswo tanken: Seit Mittwoch sind wenigstens wieder drei der sieben Zapfpistolen an der ARAL-Großtankstelle in Bad Hersfeld für Pkw-Diesel freigegeben. Foto: Hornickel

Bad Hersfeld. Eisige Temperaturen sind eine Herausforderung für jedes Auto: Speziell Dieselkraftstoff geliert bei zweistelligen Minusgraden. Richtig schlimm erwischt hat es aber in den zurückliegenden Frosttagen Fahrer von Diesel-Personenwagen, die an der Aral-Großtankstelle in Bad Hersfeld zur Zapfpistole griffen.

Sie kauften Treibstoff, der aus noch unbekannter Ursache „verwässert“ war. Das bestätigte gestern Detlef Brandenburg, der Sprecher des Mineralölkonzerns BP/ARAL in Bochum auf Anfrage der HZ. Nur an der Tankstelle im Kreuzungspunkt der Bundesstraßen in Bad Hersfeld sei auf unbekannte Art und Weise Wasser in die unterirdischen Vorratstanks gelangt.

Die Folgen kamen in der strammen Kälte nur langsam ans Licht. Durch das Wasser im Diesel versagten Autos in voller Fahrt nach und nach den Dienst. Der Motor stotterte, der Wagen ruckelte, und dann blieb das Auto stehen und musste abgeschleppt werden. Eiskristalle verklumpten die Filter.

In der Werkstatt mussten die Filter ausgebaut und der komplette Kraftstoff abgesaugt werden. Unter anderem ging es so einem Bad Hersfelder Privatmann mit seinem Audi A6 3.0. Ihm gefror bei einer kleinen Ausfahrt, die er wegen der Kälte künstlich verlängerte, der Treibstoff in den Leitungen. Und das, obwohl das Auto zuvor in einer wohltemperierten Garage gestanden hatte und es draußen nicht kälter als elf Grad minus gewesen war.

In der Werkstatt hörte der Besitzer, dass dies kein Einzelfall war. Die Spur führte ihn zu seiner Tankstelle an der so genannten Lomo-Kreuzung. Dort waren die Dieselzapfsäulen gesperrt. Bislang haben sich bei Aral erst 20 Autofahrer beschwert und Schadensersatz geltend gemacht, berichtete Detlef Brandenburg.

Nachdem sich ein Autofahrer bei der Tankstelle beschwert hatte, der am 30. Januar Diesel gezapft hatte, sperrte der Tankstellenbetreiber geistesgegenwärtig die verdächtige Säule. Seit Mittwoch sind drei der sieben Zapfstellen instandgesetzt und wieder in Betrieb, erklärte dazu Peter Günther, der Geschäftsführer der gleichnamigen Mineralölgroßhandlung mit Sitz in Bebra, den Aral beliefert. Nach Bekanntwerden des Verdachtsfalls hatte Aral Proben ziehen lassen, die nachwiesen, dass der Kraftstoff „eine geringe Menge“ Wasser enthalte, berichtet Aral-Sprecher Brandenburg.

Das sei nur in Bad Hersfeld vorgekommen. An anderen Orten habe höchstens kalte Luft, die beim Tanken eingesaugt wurde, zu Wasser im Tank und ähnlichen Ausfällen geführt. Aral erkennt alle Schadensersatz-Ansprüche von Autofahrern an, die ihre Tankquittungen vorlegen könne. Man stehe nach entsprechender Prüfung in vollem Umfang zu seinem Qualitätsversprechen.

Von Kurt Hornickel

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