„Cold Water Challenge“ sorgt bei Hilfsorganisationen für einen nassen Spaß

Wasser-Virus steckt alle an

Da wird man richtig nass: Aktive des THW-Ortsverbandes Bad Hersfeld bei der Einlösung ihrer Challenge im Schildepark. Foto: THW/nh

Bad Hersfeld. Was verleitet gestandene Rettungskräfte von Feuerwehren und THW dazu, sich vor der Video-Kamera bis auf die Unterhosen zu entblößen? Oder voller Glückseligkeit im Wasser zu baden?

Es ist ein Virus namens „Cold Water Challenge“, der zurzeit nicht nur in der Region Feuerwehren, das Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk (THW) und andere Hilfsorganisationen infiziert – und sie zur kreativen Höchstform treibt. Das beweist die Flut von Video-Clips bei Youtube im Internet, in denen Feuerwehren und andere Hilfsorganisationen mit viel Humor – manchmal auch Klamauk – zeigen: „Wir verstehen Spaß!“ Mit jedem verbreitete sich das Virus schneller.

Denn „Cold Water Challenge“ funktioniert nach dem Kettenbrief-System: Wer einen Clip gedreht und eingestellt hat, nominiert bis zu drei andere Gruppen für den Jux-Wettbewerb. Die Benannten müssen binnen 24 oder 48 Stunden selbst einen pfiffigen Clip produzieren. Die Regeln: Eine Gruppe von mindestens vier Personen muss in einem Gewässer buchstäblich baden gehen, eine kräftige Dusche nehmen oder Spritztalent beweisen – auf möglichst kreative Weise. Schafft sie das nicht, muss sie eine Grillparty organisieren – und zwar für die Truppe, der sie die Nominierung zu verdanken hat. Wer sich das Ganze ausgedacht hat, weiß offensichtlich niemand. Die Videos auf Youtube, die über Facebook verbreitet werden, sind derzeit der Renner und werden wie wild geklickt. Besonders viel Spaß scheint man in den Kreisen Bad Hersfeld-Rotenburg und Schwalm-Eder zu verstehen: Dort sind bereits eine ganze Reihe von Videos der Aktionen online zu finden.

Die Aktiven des THW-Ortsverbandes Bad Hersfeld zum Beispiel nutzten am Samstag die „KNAX-Tag“ der Sparkasse im Schildepark, um ihre Nominierung durch die Feuerwehr Wildeck-Bosserode ganz spontan einzulösen. In ihren Einsatzanzügen wurden sie richtig nass. Macht nichts! Schließlich benannten sie das THW Rotenburg, das Rote Kreuz Bad Hersfeld und die THW-Geschäftsstelle in Homberg. Alle drei haben jetzt 48 Stunden Zeit, ihre Nominierung einzulösen. Von offizieller Seite nimmt man die Videos gelassen: Das sei eine gute Werbung für die Hilfsorganisationen, heißt es immer wieder. (bsc)

Von Bernd Schlegel und Anke Seidel

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